Während die Oberen der Piusbruderschaft sich erneut mit dem Studium der doktrinellen Erklärung beschäftigen, die Ihnen der Hl. Stuhl zur Unterschrift vorgelegt hat, habe ich einen Vorschlag, wie man schnell für Klarheit in den Gesprächen mit Rom sorgen könnte.
Auch wenn die neue Messe gültig sein kann, so kann sie doch objektiv nicht gottwohlgefällig sein, da sie eine ökumenische, protestantisierende Messe ist. Sie stellt eine Gefahr für den Glauben an das katholische Messopfer dar und ist daher abzulehnen.
Aufgemerkt: Die neue Messe, also diejenige Messe, die der Hl. Vater und Kardinal Levada JEDEN TAG feiern, ist objektiv Gott nicht wohlgefällig. Das bedeutet also, dass der Hl. Vater JEDEN TAG, wenn er an den Altar tritt und sein Priestertum vollzieht, etwas objektiv Gott nicht wohlgefälliges tut. Das gleiche gilt für (fast) alle Messen auf der ganzen Welt.
Man weiss es ja nicht genau, aber nehmen wir einmal an, die Hl. Messe, die der Hl. Vater heute gefeiert hat, sei gültig gewesen. Dann ist nach Lehre der Piusbrüder folgendes geschehen: Auf dem Altar ist das Kreuzesopfer seines Sohnes vergegenwärtigt worden, ganz objektiv (ex opere operato), aber Gott hatte daran kein Wohlgefallen. Für die einen ist es nur Schwachsinn, für die anderen "wahre Theologie" ...
Es geht weiter:
Für die neue Messe gelten ähnliche Regeln wie für den Besuch nichtkatholischer Gottesdienste. Man darf bei ihnen aus familiären oder beruflichen Gründen anwesend sein, verhält sich dann aber passiv und geht vor allem nicht zur Kommunion.
Wäre ich heute morgen zufällig in Rom gewesen, hätte ich an der eventuell gültigen Messe, die der Hl. Vater feiert, nur teilnehmen dürfen, wenn ich dafür familiäre oder berufliche Gründe gehabt hätte, also etwa meine verrückte Tante beaufsichtigen musste, die unbedingt in diese Messe wollte oder als Fotograf den Auftrag hatte, den Hl. Vater bei der Zelebration abzulichten. Auf jeden Fall hätte ich mich weit hinten an einen Pfeiler gelehnt, kein Gebet gesprochen und wäre nicht zur Kommunion gegangen. Man beachte, dass diese auch nicht, wie sonst bei der FSSPX üblich das Adjektiv "Hl." trägt. Es handelt sich zwar eventuell um die objektive Aufnahme des objektiven Leibes Christi - aber das macht eine solche Neumess-Kommunion natürlich noch lange nicht heilig!
Und weil die Piusbrüder schon dabei sind, erklären sie auch gleich noch, wann man dem 3. Gebot zu folgen hat und wann nicht:
Wer keine Gelegenheit hat, die tridentinische Messe jeden Sonntag zu besuchen, ist von der Erfüllung des sonntäglichen Meßbesuchs entschuldigt, denn dieses Gebot verpflichtet nur zum Besuch der wahren katholischen Messe.
Eine Neue Messe kann also ggfs. gültig sein, es wird also objektiv der Herr Jesus Christus, der die Wahrheit selbst ist, dort gegenwärtig, aber das macht diese Veranstaltung noch lange nicht zu einer "wahren katholischen Messe".
Noch Fragen?