![]() |
| Der Urheber |
Posts mit dem Label Piusbruderschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Piusbruderschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 12. November 2014
Das Lefebvre-Schisma - Pest UND Cholera
Montag, 10. November 2014
Kurze Geschichte des Lefebvre-Schismas
Nachdem in der Blogozese immer wieder Tendenzen zu erkennen sind, das Schisma von 1988 kleinzureden oder gar zu leugnen, dass es sich bei den Bischofsweihen überhaupt um ein solches gehandelt habe, scheint es mir an der Zeit zu sein, den historischen Ablauf der seinerzeitigen Ereignisse in Erinnerung zu rufen.
Die gängige Mär geht in etwa so: Rom hat den Erzbischof hingehalten und auf sein Ableben spekuliert, um die Piusbruderschaft, die dann ja keinen Bischof mehr für Priesterweihen gehabt hätte, "verhungern" zu lassen.
Freitag, 31. Oktober 2014
Wer ist hier eigentlich der Clown?
![]() |
| Sieht so ein "Hampelmann" aus? |
Ich habe ein Weilchen gerätselt, wie man auf die letzte Attacke des Geistbraus angemessen antworten könnte. Am liebsten wäre mir natürlich so etwas wie eine durchgeschriebene Darstellung gewesen - wegen der Form. Aber wie soll man das machen, wenn des Grannenfelds Einlassung bei Licht besehen eine wilde Rhapsodie aus Behauptungen, verzerrten Wiedergaben meiner Argumente und historischen Fehlern ist? Mir bleibt also nichts anderes übrig, als Punkt für Punkt abzuhandeln, was natürlich gleich wieder einen schlechten Stil ergeben wird.
Mittwoch, 29. Oktober 2014
Mal wieder Irritationen um die FSSPX
![]() |
| Mit ohm fing der Ärger an ... |
Laurentius sieht in dem Dekret des Bischofs einen Widerspruch zur Aufhebung der Exkommunikation der FSSPX-Bischöfe durch Benedikt XVI. Das scheint mir so aber nicht zutreffend zu sein.
Freitag, 20. Juli 2012
Die Bruderschaft tritt nach
![]() |
| Federico Lombardi Pressesprecher des Vatikans |
Das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Pius X., welches kürzlich zu Ende ging, hat eine Erklärung veröffentlicht, welche auf die Möglichkeit einer kanonischen Normalisierung der Beziehungen der Bruderschaft und des Heiligen Stuhls Bezug nimmt.
Obwohl sie veröffentlicht wurde, bleibt die Erklärung vorrangig ein internes Dokument, welches für die Mitglieder der Bruderschaft zu Studien- und Diskussionszwecken dient. [tale Dichiarazione rimane anzitutto un documento interno, per lo studio e la discussione fra i membri della Fraternität.]
Der Heilige Stuhl hat die Erklärung zur Kenntnis genommen, erwartet aber in Kürze eine offizielle Mitteilung der Priesterbruderschaft bezüglich der Fortführung des Dialogs zwischen der Bruderschaft und der Päpstlichen Komission 'Ecclesia Dei'.Die Botschaft ist deutlich: Der Vatikan erwartet gemäß den Regeln des vereinbarten Gesprächsprozesses eine Antwort der FSSPX auf den zuletzt übermittelten Text eines Einigungsdokumentes und ist nicht bereit, schwülstige öffentliche Deklarationen des Generalkapitels als Ersatz für eine solche direkte und nicht-öffentliche Antwort zu akzeptieren. Entsprechend wird die öffentliche Erklärung des Generalkapitels als internes Dokument der FSSPX eingestuft, nicht als Teil des Gesprächsprozesses.
Die Bruderschaft hat auf diese vatikanische Mahnung sofort im Stile der wiedergefundenen "Einigkeit in der Unverschämtheit" reagiert und dem Vatikan vorgeworfen, seine Stellungnahme werde der Deklaration des Generalkapitels "nicht gerecht", verbunden mit einem Seitenhieb auf angebliche anti-autoritäre Gepflogenheiten "moderner Theologen".
Die Botschaft ist klar: die FSSPX hat für sich den vertrauten, nichtöffentlichen Gesprächsprozess mit Rom suspendiert und kehrt zurück zur öffentlichen Agitation.
Fast möchte man meinen, die Bruderschaft bettele nun durch Provokationen um die erneute Exkommunikation - hierfür spricht auch ein Text des französischen Distriktoberen, der vor einigen Tagen an die Öffentlichkeit gelang.
Der soziologische Mechanismus ist simpel und von totalitären Systemen her wohl bekannt: man benötigt den Druck von außen in Form einer konstruierten und provozierten Verfolgungssituation, um den Druck im inneren zu kompensieren, den eigenen "Laden" zusammenzuhalten und die Anhängerschaft zu binden.
Es ist bitter, aber es führt kein Weg an der Einsicht vorbei, dass die FSSPX soziologisch von fundamentalistischen muslimischen Gruppierungen kaum zu unterscheiden ist.
Donnerstag, 19. Juli 2012
Die Reihen fest geschlossen
![]() |
| Das stehen Sie und können nicht anders ... |
Diese Entscheidung ist in dem - gewohnt verschwurbelten - Text etwas verklausuliert, aber letztlich doch ganz eindeutig:
"So harrt sie [die Bruderschaft] dem Augenblick entgegen, da eine ernste, offene Disputation möglich sein wird, die auf eine Rückkehr der kirchlichen Autoritäten zur Tradition abzielt".Wir erinnern uns: die Kompromisslinie, die sich zwischen dem Vatikan und der Leitung der Bruderschaft angebahnt hatte, beruhte letztlich auf einer Ausklammerung der eigentlichen dogmatischen Differenzen - bruderschaftsintern war dies als eine "rein praktische" Lösung bezeichnet und von den Führern der interne Opposition (darunter drei der vier Weihbischöfe und der einflussreiche französische Distriktobere) bekämpft worden.
Nachdem die Glaubenskongregation zuletzt darauf bestanden hatte, dass ein Einigungspapier wenigstens einige minimale dogmatische Zugeständnisse bzgl. der Lehren des II. Vatikanums enthalten müsste, hat der Generalobere Fellay diese Gelegenheit genutzt, die Reihen wieder zu schließen. Dies ist letztlich konsequent und nachvollziehbar, da sein "Laden" kurz vor dem Auseinanderbrechen stand.
Wenn die Bruderschaft nun in der oben zitierten Passage schreibt, man harre auf die Möglichkeit einer ernsten Disputation, so ist dies die Absage an die "rein praktische Lösung" und die Rückkehr zur inhaltlichen Kontroverse.
Um ganz deutlich zu machen, wie die Dinge stehen, wird als Ziel einer solchen Disputation die "Rückkehr der kirchlichen Autoritäten zur Tradition" benannt. Im Klartext: eigentlich ist "Rom", "die Konzilskirche", etc. im häretischen Schisma und die allein-wahre Bruderschaftskirche wartet auf deren Bekehrung. Nichts Neues unter der Sonne, sondern die üblichen Unverschämtheiten.
Um auch die Genossinnen und Genossen in den Pius-Gemeinden hinreichend auf das nun Kommende (die Erneuerung des Bruchs mit Rom) einzuschwören, enthält die Erklärung noch eine peinliche Verbrämung der eigenen schismatischen Verstockung als Martyrium:
"Wir vereinigen uns mit den verfolgten Christen in den verschiedenen Ländern der Welt, die für den katholischen Glauben leiden, sehr oft sogar bis zum Martyrium".Das ist unlogisch, verehrte Piusbrüder! Die allermeisten dieser verfolgten katholischen Christen stehen in voller Gemeinschaft mit den bösen "kirchlichen Autoritäten", die erst noch zur Tradition zurückkehren müssen - ja es gehören sogar zahlreiche dieser kirchlichen Autoritäten zu den Verfolgten. Sie erkennen das Vaticanum II an. Sie feiern die Messe nach dem neuen Ordo (also wahrscheinlich nicht gültig). Sie haben mit "Märtyrern im Kampf gegen Rom" rein gar nichts zu tun.
Mittwoch, 18. Juli 2012
Jungfrau und Müller
![]() |
| P. Matthias Gaudron "Glaubensgärtner" der Piusbruderschaft |
Wie dem auch sei: Möchte die Bruderschaft eine Stellungnahme abgeben (oftmals in Form einer weiteren Fatwa gegen ein Mitglied des deutschen Episkopats) und hat dabei das Gefühl, das argumentative Niveau von kreuz.net überschreiten zu müssen, wird besagter Pater vorgeschickt (es handelt sich bei Matthias Gaudron übrigens um einen grundsympathischen Kerl, dem man jede Menge Humor zutraut).
Es war abzusehen, dass die Ernennung von Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation ohne besagte Fatwa nicht abgehen würde und natürlich hat das gar nichts damit zu tun, dass Bischof Müller sich wiederholt erdreistet hat, die Bruderschaft daran zu erinnern, dass das Verhältnis katholischer Priestern (auch Vereinigungen solcher Priester) zu katholischen Bischöfen (besonders zuständigen Diözesanbischöfen) vom Gehorsam, dem "Schmiermittel" des kirchlichen Apparates göttlicher Ordnung, geprägt sein sollte.
![]() |
| Gerhard Ludwig Müller "Glaubensbock" der römisch-katholischen Kirche |
Erfreulicherweise hat sich in der Blogoezese - zu deren Vorzügen es gehört, dass es dort mehr als einen Dogmatiker gibt - gleich eine theologische Diskussion zu dieser Frage entwickelt. Während Pro Spe Salutis die einschlägigen Äußerungen Müllers für bedenklich hält, sieht sophophilo die Sache wesentlich entspannter. Kern des Disputes ist eine Passage in Müllers Dogmatik-Lehrbuch:
"Es geht nicht um abweichende physiologische Besonderheiten in dem natürlichen Vorgang der Geburt (wie etwas die Nichteröffnung der Geburtswege, die Nichtverletzung des Hymen und der nicht eingetretenen Geburtsschmerzen), sondern um den heilenden und erlösenden Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur, die durch die Ursünde "verletzt" worden war. […] Der Inhalt der Glaubensaussage bezieht sich also nicht auf physiologisch und empirisch verifizierbare somatische Details".Diese Formulierung ist in der Tat nicht ganz überzeugend, freilich aus ganz anderen Gründen als dies der Gaudronsche Handbuch-Positivismus vorgibt (man würde zu gerne einmal wissen, nach welchen Kriterien der Piusbruder das Verhältnis der gerade in dieser Frage durchaus unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen der verschiedenen Autoren bestimmt und gewichtet! So einfach ist es mit "der Tradition" im Detail eben nicht!).
Es kann gar kein Zweifel bestehen, dass Müllers Aussage, der Kern der Glaubensaussage beziehe sich nicht auf physiologische Details, völlig richtig ist. Wir glauben, dass Maria "virgo intacta" war und dass dies eine Bedeutung im Heilsgeschehen hat - die physiologischen Details sind demgegenüber selbstverständlich zweitrangig. Spannend wird es auf der Ebene des Zueinanders dieser Ebenen. Denn weder darf aus der Zweitrangigkeit der physiologischen Details auf ihre völlige Bedeutungslosigkeit geschlossen werden (sie sichern die konkrete Glaubensaussage gegen eine Verdunstung ins Nichtssagend-Allgemeine), noch dürfen die Details für das Eigentliche gehalten werden, als wäre der Sinn von Glaubensaussagen das Mirakulös-Spektakuläre.
Die Schwäche von Müllers Formulierung liegt also gerade in der fehlenden Vermittlung dieser beiden Ebenen. Daher klingt seine Bestimmung des Inhalts der Glaubensaussage (der "heilende und erlösende Einfluß der Gnade des Erlösers auf die menschliche Natur") arg allgemein. Anders ausgedrückt: dieser Satz ist auch wahr in völliger Unabhängigkeit von der zur Diskussion stehenden Frage nach der "virginitas in partu".
Müller hätte gut daran getan, den einschlägigen Beitrag Karl Rahners zu Rate zu ziehen (Virginitas in partu", in: Schriften zur Theologie IV, Einsiedeln 1960, 173 ff.), der - als "defensor traditionis" (!) in Auseinandersetzung mit einer von ihm für unzureichend gehaltenen Abhandlung Albert Mitterers - genau diese Vermittlung der "Virginitas in partu" in das Heilsgeschehen vornimmt:
"Biblisch kann der gemeinte Ansatz so formuliert werden: Die konkrete Weise der Geburt erscheint nach dem Zeugnis der Schrift (Gn 3,16) als ein Vorgang, der (neben seiner menschlichen, positiven, gottgewollten Struktur und Sinnhaftigkeit) auch (an sich wie alles andere in der Welt) das Stigma der Sünde und des Todes als der durchgängigen Weltmächte an sich trägt. Ist Maria aber Mutter des erlösenden Wortes Gottes, gehört ihr Gebären als das der Sündenlosen zum Neuanfang der Welt, dann kann ihre Geburt dieses Stigma nicht an sich tragen; diese Geburt muss ‚anders‘ sein. Diejenige, die als von der Konkupiszenz Freie die passiven Vorgänge im Bereich ihres Lebens restlos (wenn auch infralapsarisch) in die Grundentscheidung ihrer Person hineinintegriert, das passiv Erfahrene zum reinen Ausdruck ihrer aktiven Entscheidung zu machen vermag, erfasst das passive Widerfahrnis der (aktiven) Geburt nicht in der gleichen Weise wie diejenigen Menschen, die das an ihnen durch die Mächte des Lebens in der Welt geschehende immer als das Fremde, das Einschränkende, das über sie zum Schaden ihrer Freiheit Verfügende erfahren".
![]() |
| Sancta Maria Virgo ante partum, in partu et post partum |
In den Worten Rahners:
"die Lehre der Kirche sagt mit dem Kern der Tradition: die (aktive) Geburt Marias ist (von dem Kind und seiner Mutter her), so wie ihr Empfangen, von der Gesamtwirklichkeit her (als ganzmenschlicher Akt dieser ‚Jungfrau‘) auch in sich (und nicht nur von der Empfängnis her wie nach Mitterer) dieser Mutter entsprechend und darum einmalig, wunderbar, ‚jungfräulich‘, ohne dass wir aus diesem Satz (der in sich aber verständlich ist) die Möglichkeit haben, sicher und für alle verpflichtend, Aussagen über konkrete Einzelheiten dieses Vorgangs abzuleiten".Ein im engeren Sinne geistlicher Lackmus-Test sei an dieser Stelle dringend empfohlen: Glaubensaussagen müssen meditiert, betrachtet werden können. Der Rahnersche Text kann auch gelesen werden als Anleitung zu einer solchen vertiefenden Betrachtung der Heilsgeheimnisse - das zeichnet ihn aus und beglaubigt ihn. Nur ein religiös abnormer Charakter kann sich vorstellen, im Mittelpunkt einer solchen Betrachtung stünden unversehrte Hymen und nicht eröffnete Geburtskanäle.
Dienstag, 17. Juli 2012
Erhörte Gebete
![]() |
| Versöhnung vorerst gescheitert - Fellay bleibt lieber selber Papst! |
Menschen in gewisser Weise "kirchenamtlich" als Lordsiegelbewahrer der Tradition eingesetzt zu sehen, die aus dieser hl. Tradition mit fast jeder öffentlichen Äußerung eine Karikatur machen. Das II. Vatikanische Konzil ("Sacrosanctum Concilium") dem Spott von theologisierenden Patres preisgegeben zu sehen, die in jedem Interview, jeder Stellungnahme, jeder neuen Anklage ihr Verharren im Stande der intellektuellen Adoleszenz prostituieren.
Eine gnädige Vorsehnung scheint es uns zu ersparen, eine "Übereinkunft" ertragen zu müssen zwischen dem Stellvertreter Christi auf Erden und einer Gruppe von Personen, deren Gründer dem seligen Vorgänger dieses Stellvertreters öffentlich ins Gesicht gespuckt hat. Die unter ständiger Berufung auf ein halluziniertes "Ewiges Rom" (welch lächerliches Deckmäntelchen für die eigene Hybris!) den Sitz des Hl. Apostels Petrus mit Kübeln von Dreck und Kot übergiessen.
Aber hätte man nicht hoffen müssen auf die Wiederherstellung der Einheit? Natürlich hat man darauf hoffen müssen - aber eben auf die "Wiederherstellung der Einheit". Diese gibt es mit Sündern aber nur auf der Grundlage von "Reue und Vorsatz".
Aber darf man die Piusbrüder denn Sünder nennen? Ja, das darf man. Die verbotenen Bischofsweihen waren Sünde, die schwerste denkbare Sünde gegen die göttliche Ordnung der Kirche. Bis heute hat sich die Bruderschaft von dieser Sünde, ihrer "Gründungsurkunde", ohne die es sie in ihrer heutigen Gestalt gar nicht geben würde, mit der sie ihre mehr als 500 Priester dauerhaft der Gemeinschaft und Einheit mit dem Hl. Vater und den Nachfolgern der Apostel entzogen hat - bis heute hat sie sich von dieser Sünde nicht distanziert. Selbst die Bereitschaft Benedikts XVI., mit der Aufhebung der Exkommunikation Gnade vor Recht gehen zu lassen, hat sie dazu nicht bringen können.
Beten wir also, dass ihre Verstockung nicht von Dauer sei.
Samstag, 18. Februar 2012
Adversus Schmidbergeris III
Pater Recktenwald hat auf seinem Portal zur katholischen Glaubenswelt auf den zweiten Beitrag meiner kleinen Reihe Bezug genommen und bezweifelt, ob man Pater Schmidberger Demagogie und Falschmünzerei vorwerfen sollte: "Ich neige aber eher dazu, dahinter statt eines bösen Willens einfach mangelnde theologische Kompetenz, fehlendes Problembewußtsein und die Unfähigkeit zu theologischer Reflexion zu sehen". Ich kann Pater Recktenwalds Bedenken sehr gut verstehen, halte das Ganze aber letztlich für eine Geschmacksfrage: ich persönlich ziehe es im Falle eines Falles vor, als Demagoge denn als Dummkopf angesehen zu werden.
Schauen wir uns ein weiteres Paradebeispiel der Schmidberger'schen Theologie aus seinem kath.net-Interview an. Auf die Frage "Was heißt es für Sie, >cum et sub Petro< die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen?" gibt er folgende Antwort:
Das "Ewige Rom", von dem Pater Schmidberger und die Piusbruderschaft im allgemeinen gerne sprechen, ist also bei Licht besehen nichts anderes als eine fromm klingende Machination, die keinen anderen Zweck hat, als dem Nachfolger des Apostels Petrus den Gehorsam zu verweigern. Ich wäre gerne dabei, würde Pater Schmidberger versuchen, diesen Hütchenspieler-Trick bei einem der Pius-Päpste des 19. und 20. Jahrhunderts anzubringen, die er ja angeblich so verehrt: "In aller Ergebenheit, Hl. Vater, ich gehorche nicht Ihnen, sondern dem Ewigen Rom". Zumindest bei Pius IX. ist ganz gut überliefert, wie er auf den Versuch von Leuten reagiert hat, die gegen die Autorität seines Amtes die Tradition ausspielen wollten ...
Schauen wir uns ein weiteres Paradebeispiel der Schmidberger'schen Theologie aus seinem kath.net-Interview an. Auf die Frage "Was heißt es für Sie, >cum et sub Petro< die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen?" gibt er folgende Antwort:
Der heutige Papst ist genauso wie jeder Gläubige an die dogmatischen Verlautbarungen seiner Vorgänger gebunden. „Cum et sub Petro“ die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen bedeutet also nichts anderes, als unter dem Lehramt des ewigen Roms für die kirchliche Lehre einstehen, die Stiftungen Jesu Christi – sein Priestertum, sein Opfer, die Sakramente, insbesondere die Ehe – als Konkretisierungen dieses Glaubens zu schützen und zu fördern, bedeutet aber auch, für den Papst in seinem schweren Amte zu beten und ihn als Vater der Christenheit zu verehren.Hier wird ganz deutlich, wie sich die Bruderschaft dem "Zugriff" des Hl. Vaters entziehen möchte. Ein Lehramt hat in diesem Text nicht der Papst inne, sondern man lebt "unter dem Lehramt des ewigen Roms" - für den Papst "in seinem schweren Amte" (welches Amt hat er denn, möchte man fragen) ist man freundlicherweise bereit zu beten und verehren tut man ihn als "Vater der Christenheit". Man kann lange rätseln, wird aber wohl kaum eine Antwort auf die Frage finden, was mit dem "Lehramt des Ewigen Roms" gemeint sein soll. Zur Erinnerung: die Kirche ist von ihrem Herrn nicht auf eine Stadt gegründet, sondern auf eine Person. Diese Person (nicht die Stadt) hat das höchste Lehramt in der Kirche inne und dieser Person schuldet der Katholik Gehorsam.
Das "Ewige Rom", von dem Pater Schmidberger und die Piusbruderschaft im allgemeinen gerne sprechen, ist also bei Licht besehen nichts anderes als eine fromm klingende Machination, die keinen anderen Zweck hat, als dem Nachfolger des Apostels Petrus den Gehorsam zu verweigern. Ich wäre gerne dabei, würde Pater Schmidberger versuchen, diesen Hütchenspieler-Trick bei einem der Pius-Päpste des 19. und 20. Jahrhunderts anzubringen, die er ja angeblich so verehrt: "In aller Ergebenheit, Hl. Vater, ich gehorche nicht Ihnen, sondern dem Ewigen Rom". Zumindest bei Pius IX. ist ganz gut überliefert, wie er auf den Versuch von Leuten reagiert hat, die gegen die Autorität seines Amtes die Tradition ausspielen wollten ...
Mittwoch, 15. Februar 2012
Adversus Schmidbergeris II
In dem auf kath.net veröffentlichten Interview gibt Pater Schmidberger einen kurzen Abriss der "Argumente", die seine Bruderschaft gegen die Rechtgläubigkeit des II. Vatikanischen Konzils und eine "Hermeneutik der Kontinuität", d.h. die organische Anknüpfung seiner Lehren an die bisherige Lehrverkündigung der Kirche vorbringt. Nichts wäre besser geeignet, um sich ein klare Bild von der geistigen Verfassung der FSSPX zu machen als diese "ipsissima verba" eines "Distriktoberen":
Was, Herr Pater, bleibt von ihrem Argument übrig, wenn man den Text von Lumen Gentium mit der ehrlichen Gesinnung liest, die einem Kind der Kirche (ja, der auf den Felsen Petri erbauten lebendigen Kirche Jesu Christi und nicht des "Ewigen Roms", was auch so eine unreinliche Konstruktion ihrer After-Theologie ist) angemessen und selbstverständlich ist? Haben Sie diesen Text nie gelesen oder ist er für sie nur ein Steinbruch, aus dem man sich mit unlauteren Methoden bedient, um seine Ideologie zu transportieren? Schlimmer noch: Ist das vielleicht auch ganz allgemein Ihr Umgang mit den Texten der kirchlichen Tradition, die sie angeblich so hoch schätzen? Das mag Ihnen bei Ihrem Fanclub durchgehen, aber - Vorsicht! - es gibt Menschen, die Ihnen auf die Finger schauen und gegebenenfalls auch klopfen, weil ihnen diese Texte ("vor"- und "nachkonziliar") heilig sind und weil sie es nicht vertragen, wenn mit der Sprache (die ja auch ihre Heiligkeit hat für eine Religion, an deren Anfang der "Logos" steht) Schindluder getrieben wird von Demagogen und anderen Betrügern - tragen sie nun ein geistliches Gewand oder nicht.
In „Lumen gentium“ heißt es gleich in § 1, die Kirche sei das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes. Aber wo in der Heiligen Schrift, bei welchem Kirchenvater, in welcher päpstlichen Verlautbarung und in welchem Konzil hat man jemals etwas Ähnliches gelesen? Die Kirche ist dazu eingesetzt, den mystischen Herrenleib aufzubauen und dazu die Seelen mit dem übernatürlichen Glaubens- und Gnadenleben zu beschenken, aber eben nicht zu einer innerweltlichen Menschheitsverbrüderung.Das Konzil, so der implizite Vorwurf, verkündet die Kirche nicht mehr als von Gott eingesetztes Heils-Instrument, sondern will sie den flachen Idealen und Utopien einer "innerweltlichen Menschheitsverbrüderung" unterordnen (Wenn P. Schmidberger unter seinesgleichen ist, fügt er hier wahrscheinlich noch Hinweise auf die französische Revolution, die Freimaurerei und die UNO hinzu). Nun lesen wir einmal den Originaltext:
Christus ist das Licht der Völker. Darum ist es der dringende Wunsch dieser im Heiligen Geist versammelten Heiligen Synode, alle Menschen durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet (vgl. Mk 16,15). Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. Deshalb möchte sie das Thema der vorausgehenden Konzilien fortführen, ihr Wesen und ihre universale Sendung ihren Gläubigen und aller Welt eingehender erklären. Die gegenwärtigen Zeitverhältnisse geben dieser Aufgabe der Kirche eine besondere Dringlichkeit, daß nämlich alle Menschen, die heute durch vielfältige soziale, technische und kulturelle Bande enger miteinander verbunden sind, auch die volle Einheit in Christus erlangen.Der Taschenspielertrick von Pater Schmidberger besteht - wie bei allen geistigen Falschmünzern aller Zeiten - in einer Auslassung und in einer Hinzufügung. Das Konzil sagt nicht einfach, dass die Kirche das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes sei, sondern "Zeichen und Werkzeug der innigsten Vereinigung mit Gott" sowie der "Einheit der ganzen Menschheit". "Werkzeug der innigsten Vereinigung mit Gott" (das ist die trickreiche Auslassung) will ja nichts anderes sagen, als dass in der Kirche und ihrem Gnadenleben der Mensch der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott teilhaftig wird, d.h. - in der Sprache der Tradition, von der diese Leute immer faseln - sein übernatürliches Ziel erreicht. Diese Sendung der Kirche, den Menschen das Leben Gottes in Jesus Christus zu bringen, ist universal, d.h. sie richtet sich - pardon für die narzisstische Kränkung, aber es ist unser Herr selbst, der hier "kränkt" - nicht nur an die kleine Schar der Piusbruderschaft, sondern an alle Menschen. Die wahre "Einheit des Menschengeschlechtes", die in der immer stärker zusammenwachsenden Welt (das Konzil sieht hier beinahe prophetisch die "Globalisierung" voraus) zu einer immer realeren Vision wird, kann also nicht "innerweltlich" (das ist die bösartige Hinzufügung des Paters) realisiert werden, sondern nur "in Christus" und durch seine Kirche.
Was, Herr Pater, bleibt von ihrem Argument übrig, wenn man den Text von Lumen Gentium mit der ehrlichen Gesinnung liest, die einem Kind der Kirche (ja, der auf den Felsen Petri erbauten lebendigen Kirche Jesu Christi und nicht des "Ewigen Roms", was auch so eine unreinliche Konstruktion ihrer After-Theologie ist) angemessen und selbstverständlich ist? Haben Sie diesen Text nie gelesen oder ist er für sie nur ein Steinbruch, aus dem man sich mit unlauteren Methoden bedient, um seine Ideologie zu transportieren? Schlimmer noch: Ist das vielleicht auch ganz allgemein Ihr Umgang mit den Texten der kirchlichen Tradition, die sie angeblich so hoch schätzen? Das mag Ihnen bei Ihrem Fanclub durchgehen, aber - Vorsicht! - es gibt Menschen, die Ihnen auf die Finger schauen und gegebenenfalls auch klopfen, weil ihnen diese Texte ("vor"- und "nachkonziliar") heilig sind und weil sie es nicht vertragen, wenn mit der Sprache (die ja auch ihre Heiligkeit hat für eine Religion, an deren Anfang der "Logos" steht) Schindluder getrieben wird von Demagogen und anderen Betrügern - tragen sie nun ein geistliches Gewand oder nicht.
Adversus Schmidbergeris I
Pater Franz Schmidberger, FSSPX, ist zur Zeit ein begehrter Interview-Partner. Nicht nur Paul Badde in der Welt, sondern auch Armin Schwibach auf kath.net geben dem bekanntesten und "ranghöchsten" deutschen Vertreter der Piusbruderschaft eine Plattform zur Rechtfertigung der weiterhin ablehnenden Haltung der FSSPX gegenüber dem Einigungsvorschlag des Hl. Vaters.
Dahinter steckt wohl der gute Wille, diese Einigung im Sinne des Hl. Vaters zu unterstützen - es ist aber doch schwer zu verstehen, warum "kernkatholische" Journalisten Pater Schmidberger seine teilweise unsäglichen Polemiken gegen das Lehramt und in besonderer Weise gegen das II. Vatikanische Konzil weitestgehend unwidersprochen durchgehen lassen.
Ich werde in den Nächten Posts einige der skandalösen Aussagen Schmidbergers etwas detaillierter beleuchten. Was einem aber als ewiger basso continuo der Bruderschaft jenseits aller Details auf die Nerven geht, ist die anmassende Behauptung der eigenen Erwählung. So sagt Schmidberger am Ende des Badde-Interviews:
Dahinter steckt wohl der gute Wille, diese Einigung im Sinne des Hl. Vaters zu unterstützen - es ist aber doch schwer zu verstehen, warum "kernkatholische" Journalisten Pater Schmidberger seine teilweise unsäglichen Polemiken gegen das Lehramt und in besonderer Weise gegen das II. Vatikanische Konzil weitestgehend unwidersprochen durchgehen lassen.
Ich werde in den Nächten Posts einige der skandalösen Aussagen Schmidbergers etwas detaillierter beleuchten. Was einem aber als ewiger basso continuo der Bruderschaft jenseits aller Details auf die Nerven geht, ist die anmassende Behauptung der eigenen Erwählung. So sagt Schmidberger am Ende des Badde-Interviews:
Die Pius-Bruderschaft hat viele Krisen gesehen und ist aus all diesen immer eher gestärkt als geschwächt hervorgegangen. Darüber hinaus hat sie sich mit all ihren Mitgliedern und Häusern am 8. Dezember 1984 der Muttergottes geweiht und geschenkt. Ich glaube kaum, dass Gott ein Werk Seiner eigenen Mutter fallen lässt.Hier haben wir den ersten kleinen, aber ganz typischen Hütchenspieler-Trick: Aus der Tatsache, dass die Bruderschaft sich der Muttergottes geweiht hat, wird im letzten Satz die Aussage, sie - die Bruderschaft - sei "ein Werk Seiner eigenen Mutter". Nein, die FSSPX ist zunächst einmal das Werk eines im Stande der Exkommunikation gestorbenen Erzbischofs und der von ihm in einem schismatischen Akt geweihten Bischöfe.
Mittwoch, 2. November 2011
Wer leitet die Piusbruderschaft?
Es wird immer chaotischer. Das Generalhaus der Piusbruderschaft sieht sich genötigt, die durch einen Newsletter des Distriktoberen für Großbritannien ausgelösten Meldungen zu neutralisieren und hat eine Pressemitteilung herausgegeben, die betont, dass nur der Generalobere im Namen der Bruderschaft spricht und sprechen wird. Darin findet sich der folgende Satz:
Der Grund ist ein Rundschreiben des englischen Distriktoberen, Pater Paul Morgan, das gestern für kurze Zeit im Internet zu lesen war, in dem er ähnliches behauptet haben soll.
Nein, er soll nicht behauptet haben, sondern er behauptet. Nein, es war nicht gestern im Internet zu lesen, sondern es ist immer noch im Internet zu lesen.
Ich stelle mir gerade vor, dass ich als Vorstand eines Unternehmens eine Fusion verhandele und dann gibt ein Bereichsleiter solche Erklärungen ab. Das Ergebnis liegt auf der Hand: Da hat jemand seinen Laden überhaupt nicht im Griff!
Die "Ökumene" mit der FSSPX scheint zunehmend unter demselben Problem zu leiden, wie die Ökumene mit dem "Protestantismus" seit jeher: Mit wem soll Rom eigentlich reden?
Die Piusbruderschaft wird ablehnen!
Im aktuellen Newsletter des Distriktoberen für Großbritannien finden sich die folgenden Zeilen:
Das klingt doch sehr beruhigend. Rom besteht also auf den folgenden Punkten:
The first day of the meeting covered three issues: an overview of the contacts with Rome since 1987; a summary of the doctrinal discussions; and an oral exposition of the Doctrinal Preamble document itself.
With regard to the doctrinal talks it was disappointing to note that the Roman commission failed to acknowledge the break between traditional and conciliar teachings. Instead it insisted upon the ‘hermeneutic (interpretation) of continuity,’ stating that the new teachings included and improved the old!
It was interesting to learn that the 14th September meeting had not touched upon the doctrinal talks at all, but rather was dedicated to expounding possible practical solutions for the Society.
So it was perhaps not surprising to learn that the proposed doctrinal basis for any canonical agreement in fact contained all those elements which the Society has consistently rejected, including acceptance of the New Mass and of Vatican II as expressed in the New Catechism. Indeed, the document itself conveys the impression that there is no crisis in the Church...
Hence the stated consensus of those in attendance was that the Doctrinal Preamble was clearly unacceptable and that the time has certainly not come to pursue any practical agreement as long as the doctrinal issues remain outstanding. It also agreed that the Society should continue its work of insisting upon the doctrinal questions in any contacts with the Roman authorities.
In many ways we can see the hand of Providence in this meeting, falling as it did on the Feast of the Holy Rosary, given the clarification of Rome’s persistence in the modern errors, and the consequent necessity of continuing with the fight against modernism through fidelity to Catholic Tradition.
Das klingt doch sehr beruhigend. Rom besteht also auf den folgenden Punkten:
- Das Konzil ist in der Kontinuität zu interpretieren und dies ist auch möglich
- Die FSSPX hat den Glauben der Kirche in der Form des gültigen Katechismus zu bekräftigen
- Die FSSPX muss die Gültigkeit der "Neuen Messe" anerkennen
Dienstag, 25. Oktober 2011
Die Piusbrüder und die Action Française
Vor kurzem hat die Piusbruderschaft auf Ihrer deutschen Homepage einen Artikel von Michael Klonovsky aus dem Focus veröffentlicht. Die eine oder andere Passage in diesem Beitrag ist ganz nett formuliert, etwa diese:
Vielleicht muss man sich aber doch nicht allzu sehr wundern, denn die Ideologie der AF kommt dem politisch-gesellschaftlichen Denken der Piusbruderschaft sehr nahe. Die schroffe Ablehnung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", die - vorsichtig ausgedrückt - starke Reserve gegen Republik und Demokratie sowie der antisemitische Einschlag stellen deutliche Schnittmengen dar.
Ich bin mir sicher, dass der Hl. Vater auf ein "Viva Benedetto" sehr gut verzichten kann, wenn es von Leuten stammt, denen die Kirche als possierliches anti-zeitgeistiges Relikt in den Kram passt, die ihren Glauben aber für Unsinn halten.
Papstgegner waren Männer wie Kaiser Friedrich Barbarossa, Heinrich VIII., Luther, Calvin, Voltaire, Robespierre, Napoleon, Bismarck, Nietzsche oder Stalin; eine Institution, die dergleichen überstanden hat, muss sich vor Claudia Roth und Volker Beck nur in Maßen fürchten.Der Autor zollt der katholische Kirche Respekt für ihre reaktionäre Ausstrahlung, macht aber keinen Hehl daraus, dass er den Glauben dieser Kirche für unsinnig hält. Hierfür beruft er sich auf den Preußenkönig Friedrich II.:
"Wenn man eine lächerliche Religion abschafft", auch darüber war sich der Preußenkönig im Klaren, "dann tritt etwas noch Unsinnigeres an ihre Stelle." In der Tat sind die aktuellen Ersatzreligionen ziemlich unsinnig, weil deren Anhänger nicht zu glauben meinen, sondern zu wissen wähnen.Um ganz deutlich zu machen, woher bei diesem "Papst-Verteidiger" der Wind weht, sei der Schlusssatz seines Beitrages zitiert:
Er sei "nicht christlich, aber katholisch", bekannte Charles Maurras – eine Idee, die mir von Tag zu Tag plausibler erscheint.Macht man sich deutlich, dass "nicht christlich, aber katholisch" das Leitmotiv der Action Française war, jener royalistisch-nationalistischen Bewegung im Frankreich der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und berücksichtigt man, dass bereits der Namensgeber der Bruderschaft, der hl. Papst Pius X. diese Bewegung verurteilt hat, wundert man sich doch sehr, dass nicht wenigstens der Schlußsatz des Beitrags von der Redaktion mit einer entsprechenden einschränkenden Note versehen wurde.
Vielleicht muss man sich aber doch nicht allzu sehr wundern, denn die Ideologie der AF kommt dem politisch-gesellschaftlichen Denken der Piusbruderschaft sehr nahe. Die schroffe Ablehnung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", die - vorsichtig ausgedrückt - starke Reserve gegen Republik und Demokratie sowie der antisemitische Einschlag stellen deutliche Schnittmengen dar.
Ich bin mir sicher, dass der Hl. Vater auf ein "Viva Benedetto" sehr gut verzichten kann, wenn es von Leuten stammt, denen die Kirche als possierliches anti-zeitgeistiges Relikt in den Kram passt, die ihren Glauben aber für Unsinn halten.
Freitag, 14. Oktober 2011
Piusbrüder und ZdK
Angeregt durch einen Kommentar von Frischer Wind zu einem vorherigen Post, möchte ich noch ein paar Gedanken zu rechts und links in der Kirche loswerden.
Frischer Wind ist der Meinung, dass in Anlehnung an das Gleichnis von den drei Söhnen die Piusbruderschaft für den Sohn steht, der "Nein" sagt, dann aber den Willen des Vaters tut, das ZdK für den zweiten Sohn, der "Ja" sagt, aber den Willen des Vaters dann nicht tut. Sie schließt daraus, dass die FSSPX dem Hl. Vater näher steht als das ZdK.
Ich kenne diesen Gedanken von mir selbst, weiss aber auch, dass er einer sachlichen Überprüfung nicht standhält. Gerade im Verhältnis zum Hl. Vater zeigt sich der eigentliche Unterschied ganz deutlich:
Das ZdK meckert über dieses und jenes in der Kirche, fordert den Hl. Vater zu irgendwelchen Reformen, es tut aber nichts, was der Autorität des Hl. Vaters zuwiderlaufen würde. Es gibt beim ZdK sicher den einen oder anderen, der sich das Priestertum der Frau wünscht. Aber kein Mitglied des ZdK ergreift irgendwelche eigenmächtigen Schritte in diese Richtung. Und ich habe allergrößte Zweifel, ob eines der Mitglieder des ZdK einen Bischof unterstützen würde, der plötzlich beginnt, das wirklich zu tun.
Ganz anders die Piusbruderschaft: Auch Erzbischof Lefevbre war der Meinung, dass der Papst bestimmte Dinge falsch macht. Er aber hat diese Überzeugung in die Tat umgesetzt und die Anhänger der FSSPX sind ihm darin gefolgt. Heute sagen die Piusbrüder, sie würden den Papst anerkennen, praktisch aber verweigern sie ihm nach wie vor den Gehorsam: sie weihen ohne Erlaubnis Priester, etc.
Ein anderes Beispiel: viele ZdK-Mitglieder mögen kein Latein in der Messe; wenn der Hl. Vater in Deutschland eine Messe hält, in der er das Hochgebet auf Latein betet, nehmen die bösen, bösen ZdK-Mitglieder an dieser Messe teil, beten mit und gehen zur Kommunion. Die FSSPX vertritt die Meinung, dass man gar nicht sicher sein kann, ob die Messen dieses Papstes gültig sind und sagen ihren Anhängern, dass man da besser nicht hingeht.
Es ist also leider keine Frage, wer dem Hl. Vater nähersteht, wenn es an das konkrete Handeln geht ...
Frischer Wind ist der Meinung, dass in Anlehnung an das Gleichnis von den drei Söhnen die Piusbruderschaft für den Sohn steht, der "Nein" sagt, dann aber den Willen des Vaters tut, das ZdK für den zweiten Sohn, der "Ja" sagt, aber den Willen des Vaters dann nicht tut. Sie schließt daraus, dass die FSSPX dem Hl. Vater näher steht als das ZdK.
Ich kenne diesen Gedanken von mir selbst, weiss aber auch, dass er einer sachlichen Überprüfung nicht standhält. Gerade im Verhältnis zum Hl. Vater zeigt sich der eigentliche Unterschied ganz deutlich:
Das ZdK meckert über dieses und jenes in der Kirche, fordert den Hl. Vater zu irgendwelchen Reformen, es tut aber nichts, was der Autorität des Hl. Vaters zuwiderlaufen würde. Es gibt beim ZdK sicher den einen oder anderen, der sich das Priestertum der Frau wünscht. Aber kein Mitglied des ZdK ergreift irgendwelche eigenmächtigen Schritte in diese Richtung. Und ich habe allergrößte Zweifel, ob eines der Mitglieder des ZdK einen Bischof unterstützen würde, der plötzlich beginnt, das wirklich zu tun.
Ganz anders die Piusbruderschaft: Auch Erzbischof Lefevbre war der Meinung, dass der Papst bestimmte Dinge falsch macht. Er aber hat diese Überzeugung in die Tat umgesetzt und die Anhänger der FSSPX sind ihm darin gefolgt. Heute sagen die Piusbrüder, sie würden den Papst anerkennen, praktisch aber verweigern sie ihm nach wie vor den Gehorsam: sie weihen ohne Erlaubnis Priester, etc.
Ein anderes Beispiel: viele ZdK-Mitglieder mögen kein Latein in der Messe; wenn der Hl. Vater in Deutschland eine Messe hält, in der er das Hochgebet auf Latein betet, nehmen die bösen, bösen ZdK-Mitglieder an dieser Messe teil, beten mit und gehen zur Kommunion. Die FSSPX vertritt die Meinung, dass man gar nicht sicher sein kann, ob die Messen dieses Papstes gültig sind und sagen ihren Anhängern, dass man da besser nicht hingeht.
Es ist also leider keine Frage, wer dem Hl. Vater nähersteht, wenn es an das konkrete Handeln geht ...
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Die Piusbrüder und die Messe
Während die Oberen der Piusbruderschaft sich erneut mit dem Studium der doktrinellen Erklärung beschäftigen, die Ihnen der Hl. Stuhl zur Unterschrift vorgelegt hat, habe ich einen Vorschlag, wie man schnell für Klarheit in den Gesprächen mit Rom sorgen könnte.
Hierzu müsste die Bruderschaft nur eine Seite ihrer deutschen Website ausdrucken und Kardinal Levada übersenden. Dort findet man nter dem Titel "Die Haltung der Priesterbruderschaft zur Frage der Neuen Messe" z.B. folgende Nettigkeiten:
Auch wenn die neue Messe gültig sein kann, so kann sie doch objektiv nicht gottwohlgefällig sein, da sie eine ökumenische, protestantisierende Messe ist. Sie stellt eine Gefahr für den Glauben an das katholische Messopfer dar und ist daher abzulehnen.
Aufgemerkt: Die neue Messe, also diejenige Messe, die der Hl. Vater und Kardinal Levada JEDEN TAG feiern, ist objektiv Gott nicht wohlgefällig. Das bedeutet also, dass der Hl. Vater JEDEN TAG, wenn er an den Altar tritt und sein Priestertum vollzieht, etwas objektiv Gott nicht wohlgefälliges tut. Das gleiche gilt für (fast) alle Messen auf der ganzen Welt.
Man weiss es ja nicht genau, aber nehmen wir einmal an, die Hl. Messe, die der Hl. Vater heute gefeiert hat, sei gültig gewesen. Dann ist nach Lehre der Piusbrüder folgendes geschehen: Auf dem Altar ist das Kreuzesopfer seines Sohnes vergegenwärtigt worden, ganz objektiv (ex opere operato), aber Gott hatte daran kein Wohlgefallen. Für die einen ist es nur Schwachsinn, für die anderen "wahre Theologie" ...
Es geht weiter:
Für die neue Messe gelten ähnliche Regeln wie für den Besuch nichtkatholischer Gottesdienste. Man darf bei ihnen aus familiären oder beruflichen Gründen anwesend sein, verhält sich dann aber passiv und geht vor allem nicht zur Kommunion.
Wäre ich heute morgen zufällig in Rom gewesen, hätte ich an der eventuell gültigen Messe, die der Hl. Vater feiert, nur teilnehmen dürfen, wenn ich dafür familiäre oder berufliche Gründe gehabt hätte, also etwa meine verrückte Tante beaufsichtigen musste, die unbedingt in diese Messe wollte oder als Fotograf den Auftrag hatte, den Hl. Vater bei der Zelebration abzulichten. Auf jeden Fall hätte ich mich weit hinten an einen Pfeiler gelehnt, kein Gebet gesprochen und wäre nicht zur Kommunion gegangen. Man beachte, dass diese auch nicht, wie sonst bei der FSSPX üblich das Adjektiv "Hl." trägt. Es handelt sich zwar eventuell um die objektive Aufnahme des objektiven Leibes Christi - aber das macht eine solche Neumess-Kommunion natürlich noch lange nicht heilig!
Und weil die Piusbrüder schon dabei sind, erklären sie auch gleich noch, wann man dem 3. Gebot zu folgen hat und wann nicht:
Wer keine Gelegenheit hat, die tridentinische Messe jeden Sonntag zu besuchen, ist von der Erfüllung des sonntäglichen Meßbesuchs entschuldigt, denn dieses Gebot verpflichtet nur zum Besuch der wahren katholischen Messe.
Eine Neue Messe kann also ggfs. gültig sein, es wird also objektiv der Herr Jesus Christus, der die Wahrheit selbst ist, dort gegenwärtig, aber das macht diese Veranstaltung noch lange nicht zu einer "wahren katholischen Messe".
Noch Fragen?
Dienstag, 11. Oktober 2011
Elsa und die Piusbrüder
Elsa hat heute in ihrer unvergleichlichen Art eine Frage in die Blogoezese geworfen bezüglich der Piusbruderschaft:
Stein des Anstosses ist u.a. der berühmte Satz aus "Nostra Aetate":
Ein Kommentator mit dem Namen "Belarmin" hält den obigen Satz für "problematisch", weil die Kirche den Andersgläubigen mit seiner Religion nicht einfach anerkennen könne - dies widerspreche der Verpflichtung zur Mission. Voila, wie wäre es, wenn man auch noch den unmittelbar folgenden Satz aus "Nostra Aetate" lesen würde:
Kann mir mal jemand erklären ...
was die FSSPX eigentlich wollen? Immerhin sind SIE diejenigen, die am allermeisten von der "modernen" Religionsfreiheit profitieren (die ja nun wohl so modern auch nicht ist vgl. Justin der Märtyrer) - oder habe ich was falsch verstanden?Der säkulare Staat lässt sie fromm, fröhlich, frei vor sich hinseppeln und ihre Schulen leiten?In einem strikt christlich-katholischen Staatswesen ginge das wohl EHER nicht so flockig.Also was? Seh ich was falsch?Leider haben sich im Kommentarbereich eine Reihe von Beiträgern verewigt, die meinen, man könne und müsse den von der FSSPX vertretenen Unfug in Sachen der Religionsfreiheit mit theologischen (Schein-)Argumenten verteidigen.
Stein des Anstosses ist u.a. der berühmte Satz aus "Nostra Aetate":
Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.Selbst Elsa ist im Laufe der Diskussion dann der Meinung, die Einleitung dieses Absatzes sei unglücklich formuliert, weil es z.B. fraglich sei, wie weit dieses "Nichtablehnen" gehen soll. Ich meine das liegt auf der Hand, sobald man die Dinge mit konkretem Leben füllt. Wie soll sich die Kirche denn gegenüber einem frommen Juden verhalten, der das "Schma Israel" betet, also jene Sätze, die die Kirche im Alten Ritus bei der Taufe betet ("Wenn Du das Ewige Leben erlangen willst, dann halte die Gebote: Du sollst den Herrn Deinen Gott, lieben mit Deinem ganzen Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft")? Soll sie das ablehnen? Ist es besser, wenn er das nicht betet? Und wenn ich einen frommen Moslem fasten sehe, soll ich das ablehnen, weil es besser ist, wenn er nicht fastet?
Ein Kommentator mit dem Namen "Belarmin" hält den obigen Satz für "problematisch", weil die Kirche den Andersgläubigen mit seiner Religion nicht einfach anerkennen könne - dies widerspreche der Verpflichtung zur Mission. Voila, wie wäre es, wenn man auch noch den unmittelbar folgenden Satz aus "Nostra Aetate" lesen würde:
Unablässig aber verkündet sie und muß sie verkündigen Christus, der ist "der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hatMan gebe sich keiner Täuschung hin: die Piusbruderschaft lehnt nicht angeblich "missverständliche" Sätze des II. Vatikanums zur Religionsfreiheit ab, sondern dieses Konzil "in toto" (man lese nur einmal das "Mitteilungsblatt" und darin die Predigten der Oberen einschließlich der in einem schismatischen Akt geweihten Bischöfe). Die Texte des Konzils, approbiert vom Stellvertreter Christi auf Erden, sind (mindestens!) Äußerungen des ordentlichen Lehramtes und verpflichten den Katholiken zur Zustimmung mit Vernunft und Willen, will er in der vollen Gemeinschaft mit der Kirche bleiben. Es wäre gut, wenn diese Tatsache auch in der Blogoezese zum "common sense" würde.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Die Piusbruderschaft ist immer noch verrückt II
Mein vorheriger Post bedarf noch einer Ergänzung, die sich aus der sorgfältigen Lektüre des Interviews von HH. Pfluger ergibt. Man lese die folgende Stelle:
Wie gesagt: Wahrscheinlich sind solche Formulierungen ganz gezielte Zugeständnisse an die Williamson-Fraktion innerhalb der Piusbruderschaft. Es ist aber doch sehr die Frage, ob eine Versöhnung ehrlichen Herzens möglich ist, wenn - aus welchen Gründen auch immer - derart unsinnige (und natürlich auch heterodoxe) Positionen im Raum stehen bleiben.
Übrigens war ja auch die Freigabe des katholischen Messopfers die zweite Bedingung, welche die Bruderschaft gestellt hat. Rom ist also zweimal auf die Wünsche der Bruderschaft eingegangen.Man ist bei der Bruderschaft also immer noch der Meinung, dass die Alte Messe und das katholische Messopfer identisch sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Neue Messe kein katholisches Messopfer darstellt. Denkt man das logisch weiter, dann ist die Position der FSSPX von einer sedisvakantistischen nicht zu unterscheiden.
Wie gesagt: Wahrscheinlich sind solche Formulierungen ganz gezielte Zugeständnisse an die Williamson-Fraktion innerhalb der Piusbruderschaft. Es ist aber doch sehr die Frage, ob eine Versöhnung ehrlichen Herzens möglich ist, wenn - aus welchen Gründen auch immer - derart unsinnige (und natürlich auch heterodoxe) Positionen im Raum stehen bleiben.
Benedikt und die Piusbrüder
Wie nicht anders zu erwarten, sickern die ersten Details der "Präambel" durch, die der Vatikan der Piusbruderschaft als Voraussetzung für eine Wiedereingliederung zur Unterschrift vorgelegt hat (z.B. hier).
Dienstag, 4. Oktober 2011
Die Piusbruderschaft ist immer noch verrückt!
Auf der deutschen Website der Piusbruderschaft ist ein Interview mit Pater Niklaus Pfluger, dem ersten Assistenten der Bruderschaft erschienen, der tiefe Einblicke in das Selbstverständnis dieser Vereinigung gibt. Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht erfreulich - um das Mindeste und nicht viel Schlimmeres zu sagen.
Liest man den Interview-Text genau und zieht die Verbindungslinien zwischen den teilweise verstreuten Aussagen, dann ergibt sich in etwa der folgende Gedankengang:
Mir ist durchaus bewusst, dass der grundsätzlich wohl einigungswillige Hauptflügel der Piusbruderschaft (zu dem HH. Pfluger wohl gehört) zur Zeit alles tut und tun muss, um den eigenen "rechten Rand" (Stichwort Williamson) auf dem eingeschlagenen Weg mitzunehmen. Aber was gibt es eigentlich mit Leuten zu reden, die sich die "Tradition" als etwas vorstellen, was zur Zeit im wesentlichen unabhängig vom Stellvertreter Christi auf Erden existiert? Man muss kann kein Freund des "La traditione sono io" sein, das Pius IX. zugeschrieben wird. Nichtsdestotrotz ist "die Tradition" schlicht der Glaube der Kirche und der Garant der Unversehrtheit dieses Glaubens ist der Nachfolger des Petrus und nicht irgendein im Status der Exkommunikation gestorbener Erzbischof.
Es ist ja durchaus akzeptabel, dass die dogmatische Präambel, die der Bruderschaft im Auftrag des Hl. Vaters zur Unterschrift vorgelegt worden ist, die unterschiedliche Verbindlichkeit lehramtlicher Äußerungen (einschließlich der Dekrete des II. Vatikanischen Konzils) und damit auch die diesen Äußerungen geschuldete Glaubenszustimmung differenziert erläutert. Ein Dokument, auf dessen Grundlage die Versöhnung der Piusbruderschaft mit der Kirche erfolgen soll, wird aber auch die Aufforderung enthalten müssen, der bisherigen und der laufenden Verkündung des ausserordentlichen und des ordentlichen Lehramtes des Papstes und der Bischöfe (!) die angemessene Haltung des Gehorsams entgegenzubringen. Und eine klares Eingeständnis, dass die illegalen Weihen durch nichts gerechtfertigt waren, würde man darin auch gerne sehen.
Es sollte jetzt Schluss damit sein, dass "Rom" Forderungen der Bruderschaft erfüllt - es wird im Gegenteil Zeit, dass diese endgültig aufhört, sich als die wahre Kirche zu gerieren.
Liest man den Interview-Text genau und zieht die Verbindungslinien zwischen den teilweise verstreuten Aussagen, dann ergibt sich in etwa der folgende Gedankengang:
Erzbischof Lefebvre hat der Bruderschaft einen Schatz zur Bewahrung anvertraut. Er soll nun der "ganzen Kirche" wieder zugänglich gemacht werden. Dieser Schatz ist "die Tradition", zu der die Kirche wieder zurückkehren soll. Um die Tradition wieder wirkungsvoll in die Kirche einzubringen, braucht die Bruderschaft die garantierte Freiheit, ihr Wirken und ihre Kritik am "modernistischen Rom" weiterführen zu können.In der Sichtweise dieser Leute gibt es also einen Papst, der mit der Tradition nicht identisch ist, aber durch Zugeständnisse an die FSSPX gewisse Voraussetzungen geschaffen hat, dass man sich von seiner Organisation, dem "modernistischen Rom", kirchenrechtlich anerkennen lassen könnte. Aber nur unter der Bedingung garantierter Agitationsfreiheit gegen alles, was einem in diesem Laden nicht passt.
Mir ist durchaus bewusst, dass der grundsätzlich wohl einigungswillige Hauptflügel der Piusbruderschaft (zu dem HH. Pfluger wohl gehört) zur Zeit alles tut und tun muss, um den eigenen "rechten Rand" (Stichwort Williamson) auf dem eingeschlagenen Weg mitzunehmen. Aber was gibt es eigentlich mit Leuten zu reden, die sich die "Tradition" als etwas vorstellen, was zur Zeit im wesentlichen unabhängig vom Stellvertreter Christi auf Erden existiert? Man muss kann kein Freund des "La traditione sono io" sein, das Pius IX. zugeschrieben wird. Nichtsdestotrotz ist "die Tradition" schlicht der Glaube der Kirche und der Garant der Unversehrtheit dieses Glaubens ist der Nachfolger des Petrus und nicht irgendein im Status der Exkommunikation gestorbener Erzbischof.
Es ist ja durchaus akzeptabel, dass die dogmatische Präambel, die der Bruderschaft im Auftrag des Hl. Vaters zur Unterschrift vorgelegt worden ist, die unterschiedliche Verbindlichkeit lehramtlicher Äußerungen (einschließlich der Dekrete des II. Vatikanischen Konzils) und damit auch die diesen Äußerungen geschuldete Glaubenszustimmung differenziert erläutert. Ein Dokument, auf dessen Grundlage die Versöhnung der Piusbruderschaft mit der Kirche erfolgen soll, wird aber auch die Aufforderung enthalten müssen, der bisherigen und der laufenden Verkündung des ausserordentlichen und des ordentlichen Lehramtes des Papstes und der Bischöfe (!) die angemessene Haltung des Gehorsams entgegenzubringen. Und eine klares Eingeständnis, dass die illegalen Weihen durch nichts gerechtfertigt waren, würde man darin auch gerne sehen.
Es sollte jetzt Schluss damit sein, dass "Rom" Forderungen der Bruderschaft erfüllt - es wird im Gegenteil Zeit, dass diese endgültig aufhört, sich als die wahre Kirche zu gerieren.
Abonnieren
Posts (Atom)









