Posts mit dem Label Lefebvre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lefebvre werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. November 2014

Tradition und Rebellion in der Kirche

Die Kirche: leidend - streitend - triumphierend
- aber niemals rebellierend
"Die Überwinterung der Tradition" und "Die Dialektik von Für und Wider vor dem Höchsten" - diese beiden Prinzipien oder sagen wir besser: Motive hat Geistbraus in seinem letzten Beitrag zu unserer Diskussion (die von einigen Zartbesaiteten als "Wirtshausrauferei" karikiert worden ist) in Anschlag gebracht, um in der Frage der Einordnung des Lefebvre-Schismas der "kategorialen Enge" zu entfliehen, in der mir nichts entgegenzuhalten können meint und für die er mich gleichzeitig bedauert, da sie "teuflisch" sei, also nicht von Gott.

Trotz meines verengten Horizontes und meiner kategorialen Beschränktheit gefallen mir diese beiden Motive außerordentlich gut. Das erste ist mythischer Natur: ein unsterbliches Gut (das Kaisertum, die "Heilige Tradition" des Christentums) versinkt in den Wellen der Geschichte und nur esoterisches Schrifttum oder eine kleine Gruppe Getreuer bewahrt das Wissen um dieses Gut, rettet es über die Zeit und hütet es bis zum Tage seiner (wirklichen oder nur möglichen?) Auferstehung.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Die Piusbruderschaft ist immer noch verrückt II

Mein vorheriger Post bedarf noch einer Ergänzung, die sich aus der sorgfältigen Lektüre des Interviews von HH. Pfluger ergibt. Man lese die folgende Stelle:
Übrigens war ja auch die Freigabe des katholischen Messopfers die zweite Bedingung, welche die Bruderschaft gestellt hat. Rom ist also zweimal auf die Wünsche der Bruderschaft eingegangen.
Man ist bei der Bruderschaft also immer noch der Meinung, dass die Alte Messe und das katholische Messopfer identisch sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Neue Messe kein katholisches Messopfer darstellt. Denkt man das logisch weiter, dann ist die Position der FSSPX von einer sedisvakantistischen nicht zu unterscheiden.

Wie gesagt: Wahrscheinlich sind solche Formulierungen ganz gezielte Zugeständnisse an die Williamson-Fraktion innerhalb der Piusbruderschaft. Es ist aber doch sehr die Frage, ob eine Versöhnung ehrlichen Herzens möglich ist, wenn - aus welchen Gründen auch immer - derart unsinnige (und natürlich auch heterodoxe) Positionen im Raum stehen bleiben.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Die Piusbruderschaft ist immer noch verrückt!

Auf der deutschen Website der Piusbruderschaft ist ein Interview mit Pater Niklaus Pfluger, dem ersten Assistenten der Bruderschaft erschienen, der tiefe Einblicke in das Selbstverständnis dieser Vereinigung gibt. Was dabei zum Vorschein kommt, ist nicht erfreulich - um das Mindeste und nicht viel Schlimmeres zu sagen.

Liest man den Interview-Text genau und zieht die Verbindungslinien zwischen den teilweise verstreuten Aussagen, dann ergibt sich in etwa der folgende Gedankengang:
Erzbischof Lefebvre hat der Bruderschaft einen Schatz zur Bewahrung anvertraut. Er soll nun der "ganzen Kirche" wieder zugänglich gemacht werden. Dieser Schatz ist "die Tradition", zu der die Kirche wieder zurückkehren soll. Um die Tradition wieder wirkungsvoll in die Kirche einzubringen, braucht die Bruderschaft die garantierte Freiheit, ihr Wirken und ihre Kritik am "modernistischen Rom" weiterführen zu können.
In der Sichtweise dieser Leute gibt es also einen Papst, der mit der Tradition nicht identisch ist, aber durch Zugeständnisse an die FSSPX gewisse Voraussetzungen geschaffen hat, dass man sich von seiner Organisation, dem "modernistischen Rom", kirchenrechtlich anerkennen lassen könnte. Aber nur unter der Bedingung garantierter Agitationsfreiheit gegen alles, was einem in diesem Laden nicht passt.

Mir ist durchaus bewusst, dass der grundsätzlich wohl einigungswillige Hauptflügel der Piusbruderschaft (zu dem HH. Pfluger wohl gehört) zur Zeit alles tut und tun muss, um den eigenen "rechten Rand" (Stichwort Williamson) auf dem eingeschlagenen Weg mitzunehmen. Aber was gibt es eigentlich mit Leuten zu reden, die sich die "Tradition" als etwas vorstellen, was zur Zeit im wesentlichen unabhängig vom Stellvertreter Christi auf Erden existiert? Man muss kann kein Freund des "La traditione sono io" sein, das Pius IX. zugeschrieben wird. Nichtsdestotrotz ist "die Tradition" schlicht der Glaube der Kirche und der Garant der Unversehrtheit dieses Glaubens ist der Nachfolger des Petrus und nicht irgendein im Status der Exkommunikation gestorbener Erzbischof.

Es ist ja durchaus akzeptabel, dass die dogmatische Präambel, die der Bruderschaft im Auftrag des Hl. Vaters zur Unterschrift vorgelegt worden ist, die unterschiedliche Verbindlichkeit lehramtlicher Äußerungen (einschließlich der Dekrete des II. Vatikanischen Konzils) und damit auch die diesen Äußerungen geschuldete Glaubenszustimmung differenziert erläutert. Ein Dokument, auf dessen Grundlage die Versöhnung der Piusbruderschaft mit der Kirche erfolgen soll, wird aber auch die Aufforderung enthalten müssen, der bisherigen und der laufenden Verkündung des ausserordentlichen und des ordentlichen Lehramtes des Papstes und der Bischöfe (!) die angemessene Haltung des Gehorsams entgegenzubringen. Und eine klares Eingeständnis, dass die illegalen Weihen durch nichts gerechtfertigt waren, würde man darin auch gerne sehen.

Es sollte jetzt Schluss damit sein, dass "Rom" Forderungen der Bruderschaft erfüllt - es wird im Gegenteil Zeit, dass diese endgültig aufhört, sich als die wahre Kirche zu gerieren.