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Freitag, 27. Februar 2015

Epochenwandel in der Kirche?

Der folgende Beitrag erschien heute auf "kath.net":

Vision der Menschheitsfamilie?
Die deutschen Bischöfe und mit ihnen der deutsche Katholizismus stehen seit vielen Jahren unter einer wachsenden Spannung. Auf der einen Seite der gefühlte Zwang, die katholische Lehre im Sinne der beiden vorherigen Päpste zu verteildigen, auf der anderen Seite der Wunsch, den Anschluss an die gesellschaftliche Entwicklung im Lande zu finden. Verstärkt wurde dieses Spannungsgefühl durch zwei weitere Faktoren: zum einen der anhaltenden Depression angesichts des sich beschleunigenden und durch organisatorische Maßnahmen kaum noch zu bemäntelnden Niedergangs des kirchlichen Lebens; zum anderen der Druck des ganz überwiegend „reform-orientierten“ kirchlichen Apparates.

Spätestens seit der Einleitung des sogenannten Dialogprozesses („sogenannt“ weil er mit handverlesenen Vertretern des kirchlichen Establishments weitestgehend hinter verschlossenen Türen geführt wurde) zeichnete sich ab, dass die Bereitschaft, die beschriebene Spannung weiter auszuhalten, im Schwinden begriffen war. Mit der durch die beiden Familiensynoden plötzlich auch weltkirchlich aktuell gewordenen Frage der wiederverheirateten Geschiedenen bot sich in den Augen vieler Bischöfe die Gelegenheit eines pastorales Entgegenkommens bei einem der „heißen Eisen“ ohne allzu deutliches Abrücken von der Lehre der Kirche. Um so härter muss sie nach der Synode des vergangenen Herbstes die Einsicht getroffen haben, dass die für ein klares „Ja“ zu den in Aussicht gestellten Neuerungen erforderlichen Mehrheiten (90% +x) weltkirchlich nicht erreichbar sind.

Montag, 21. Juli 2014

Politiker-Geschwätz oder echte Auseinandersetzung?

Am vergangenen Freitag hat die Deutsche Bischofskonferenz die statistischen Eckdaten für das Jahr 2013 veröffentlicht. Sowohl die innerkirchliche als auch die allgemein-mediale Kommentierung dieser Statistik hebt fast ausschließlich auf die Entwicklung der Kirchenaustritte ab, die von 118.335 im Jahr 2012 auf 178.805 gestiegen sind.

Die Fixierung auf die Zahl der Kirchenaustritte als Gradmesser für die Lage der katholischen Kirche in Deutschland trägt dabei absurde Züge: Von den nominell 24,3 Millionen Katholiken in Deutschland haben im vergangenen Jahr 0,73 % ihren Austritt aus der Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler erklärt. Das sind  0,24% mehr als im Vorjahr. Ähnliche Ausschläge (wir sprechen über den Promillebereich!) entstanden z.B. im Jahr 1992 als Reaktion auf die Einführung des Solidaritätszuschlags, einem von kirchlichen Entwicklungen völlig unabhängigen Faktor.

Donnerstag, 3. November 2011

Dienstag, 25. Oktober 2011

Sie verdienen nicht einmal Geld damit ...

Wenn man dem heute auf welt.de veröffentlichten Beitrag von Bernhard Müller glauben darf, dann generiert das Engagement der Kirche bei WELTBILD keine nennenswerten Erlöse. Vielmehr wurden im Laufe der Jahre erhebliche Summen (Müller nennt 182 Millionen) investiert, um das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen.

Der Versuch eines Verkaufs ist im Jahr 2009 angeblich durch die Finanzkrise verhindert worden. Schaut man ein wenig auf die Medienbranche, kommt einem der Verdacht, dass dieses kleine Imperium sich zu Tode gewachsen hat. Wer kauft die Nummer 2 in einer Branche? Bestenfalls die Nummer 1, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Amazon in der Übernahme von WELTBILD ein irgendwie lohnendes Geschäft sieht. Was soll ein weltweit agierender Online-Buchhändler mit einem Gemischtwarenladen anfangen, zu dem Hunderte von Buchhandlungen gehören, um deren Rentabilität es nicht zum Besten stehen dürfte? Deren Verluste mit dem guten Geld aus dem Online-Geschäft kompensieren?


Es spricht einiges dafür, dass die kirchlichen Eigentümer sich von der konfessionslosen Geschäftsführung in eine Einbahnstrasse haben locken lassen. Das umsatz-, aber offenbar nicht besonders ertragstarke Unternehmen muss weiter "auf Teufel kaum raus" die Märkte mit dem bedienen, was sie nachfragen. Umsatzgefährende Einschränkungen (etwa durch eine sorgfältige Überprüfung des Programms) könnten schnell in eine Situation führen, in der saniert werden muss, d.h. der halbwegs zukunftssichere Online-Handel kann verkauft, die tendenziell defizitären Buchläden und Verlage müssen abgewickelt werden. Dort sitzt der Großteil der Mitarbeiter des Konzerns und spätestens dann wird sich die Öffentlichkeit daran erinnern, dass WELTBILD ein kirchliches Unternehmen ist.

Die armen Bischöfe sollten vielleicht doch noch einmal die Rede des Hl. Vaters zum Thema "Entweltlichung" studieren ...


Montag, 24. Oktober 2011

Pornos beim Borromäusverein

Der Verkauf von Pornographie scheint fester Bestandteil des gesamten Medienbetriebs der katholischen Kirche in Deutschland zu sein.

Der Borromäusverein wurde im Jahre 1845 gegründet mit dem schönen Titel
Verein vom Heiligen Karl Borromäus zur Förderung des katholischen Lebens und zur Begünstigung guter Schriften und Bücher
 In seinem "Leitbild" finden sich schöne Sätze:
Wir beurteilen Medien und sprechen Empfehlungen nach Maßstäben literarischer und inhaltlicher Qualität und auf Grundlage des christlichen Menschenbildes aus. 
Wer auf der Startseite von borromaeusverein.de den Begriff "Porno" eingibt, erhält ein reiches Angebot an DVDs "auf der Grundlagen des christlichen Menschenbildes":



Vielleicht sollten die Deutschen Bischöfe Ihre Medien-Strategie mal einem grundsätzlichen Review unterwerfen ...

WELTBILD zu hoch gehängt?

Mir ist von Lesern bedeutet worden, der Weltbild-Skandal, über den ich mich hier und hier empört habe, sei doch eher eine Kleinigkeit und man solle den Ball etwas flach halten. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen:

  1. Die DBK ist auf die Sex-Angebote des Weltbild-Verlages seit Jahren immer wieder hingewiesen worden. Es gab Anweisungen an den Sekretär, sich dieser Sache anzunehmen und sie abzustellen. Das ist nicht passiert.
  2. Keinesfalls ist es so, dass hier über undurchsichtige Mechanismen irgendwelche Schmuddel-Bücher automatisch im Angebot von Weltbild online landen. Die Verlagsgruppe Droemer-Knaur, die zu 50% der Weltbild-Gruppe gehört, stellt solche Bücher selbst her.
  3. Das Problem scheint, wie mein Hinweis auf den St. Michaelsbund in München und seinen Online-Shop "Lesetraum.de - Bücher für die Familie" zeigt, auch über die Grenzen des Weltbild-Verlages hinaus zu bestehen.
  4. Die publizistische Politik des Weltbild-Verlages ist auch über das Thema "Sex" hinaus dubios. So wurde von der Verlagsgruppe Droemer-Knaur vor kurzem der O.W. Barth-Verlag übernommen. Ausweislich des aktuellen Kataloges verlegt O.W. Barth fast ausschließlich buddhistische und esoterische Literatur. 
Ich bin der Meinung, dass jedes wirtschaftliche Engagement der Kirche kompatibel mit der katholischen Moral- und Gesellschaftslehre sein muss. Gerade beim Thema "Sexualität" sollte die Kirche aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt haben: sie hat hier nach innen und außen eine besondere Verantwortung.


Samstag, 22. Oktober 2011

WELTBILD - damals und heute

In der Blogoezese ist hinreichend auf den Skandal um den Vertrieb von pornographischen Medien durch den katholischen WELTBILD-Verlag hingewiesen worden (z.B. hier). Empörend ist nicht nur der Sachverhalt, sondern vor allem die Reaktion der Verantwortlichen. So lässt Erzbischof Marx folgendes verlautbaren:
«Wir wollen in unseren Verlagen weder Pornografie noch Gewaltverherrlichung», betonte Marx. «Wenn wir davon hören, gehen wir der Sache nach, und dann wird das unterbunden.»
Hierzu eine kleine Geschichte:

Im Spätsommer 2002 besuchte ich gemeinsam mit einigen Freunden Bischof X (wir berieten ihn damals in Fragen der Stammzellforschung). Wir legten ihm einige Bücher auf den Tisch, die wir kurz zuvor für diesen Zweck bei WELTBILD erworben hatten und fragten ihn, warum er an einem Unternehmen beteiligt sei, das solche Bücher vertreibe. Er war ziemlich entsetzt und versprach, sich der Sache anzunehmen. Einige Zeit später berichtete er uns von der vorausgehenden Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz. Er habe unsere Bücher dort herumgereicht und gefragt, ob den Kollegen bekannt sei, dass diese zum Sortiment von WELTBILD gehörten. Man sei allgemein ein wenig überrascht, aber nicht besonders "tatendurstig" gewesen. Schließlich sei der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Langendörfer SJ, gebeten worden, sich der Sache anzunehmen und für Abhilfe zu sorgen, was dieser auch zugesichert habe. Insgesamt habe er aber nicht den Eindruck gehabt, als sei man an der Sache sonderlich interessiert. Persönlich habe er sich einmal mehr als Aussenseiter in dieser Runde empfunden.

Das ist nun 9 Jahre her und "unterbunden" wurde rein gar nichts.

Halt, doch, letztes Jahr wurde die Amtsausübung von Bischof X - unter tätiger Mitwirkung von Erzbischof Marx - dauerhaft "unterbunden" ...

Dienstag, 31. Mai 2011

Ja, da schau' her ...

Die Internet-Arbeit der DBK ist gewöhnlich nichts, was einen "vom Hocker haut". Die neue Website zur Frauen-Fussball-WM hat mich (Vater von drei fussballspielenden Mädchen) aber doch überrascht! Das kommt erstaunlich frisch daher und bereits die Idee finde ich prima!



Etwas kurios ist das Grusswort der kfd-Vorsitzenden:
Für Frauen könnte sich auch beim Fußball in finanzieller Hinsicht noch manches verbessern. Die Siegesprämien liegen im Männerfußball um ein Vielfaches höher als bei gleichrangigen Frauenspielen. Auch der Frauenfußball muss als Wirtschaftsfaktor in den Blick kommen.
 Geschlechtergerechtigkeit durch Kommerzialisierung?