Als kleines Dankeschön an Alipius für die Ausrichtung des Schwester-Robusta-Preises, hier ein Beitrag zum Thema "Papst und Pferd":
Ok, es handelt sich zwar um Giuseppe Sarto (Pius X.), aber zum Zeitpunkt der Aufnahme war er erst Kardinal.
Vielleicht kann mir mal bei Gelegenheit jemand die Kopfbedeckung erklären? Von der Form her würde man wohl auf einen recht normalen Capello tippen, aber diese flauschige Oberfläche irritiert mich doch sehr.
Und dann wäre da noch dieses Halstuch ...
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Montag, 27. August 2012
Dienstag, 21. August 2012
Pius X. - SANTO SUBITO
Wie im Falle Johannes Paul II. wussten die Menschen auch beim Tod Pius X. sofort, dass hier ein ganz besonderer Mensch zu seinem himmlischen Vater heimgekehrt war. Dies zeigte sich nicht nur in der unmittelbar einsetzenden Verehrung durch die Römer, sondern auch in den Nachrufen der "weltlichen" Presse.
So schrieb die Londener "Times":
So schrieb die Londener "Times":
Alle jene, die echte Heiligkeit hochschätzen, vereinen sich mit der katholischen Kirche, die in Pius X. einen heiligen Priester, einen großen Bischof und einen großen Papst betrauert".Auch die sozialistische Pariser "L'Humanité" konnte sich dem Charisma des Verstorbenen nicht entziehen:
"Der Papst ist gestorben ! Man muß sagen, daß er ein großer Papst war. Seine Politik war höchst einfach: die Werte des Glaubens mit apostolischer Entschiedenheit zur Geltung zu bringen. Er konnte diese Politik mit Autorität durchführen, weil die Einfachheit seiner Seele und die Echtheit seiner Tugend nie angezweifelt wurden. Man mag ihn beurteilen wie immer, man muß sagen, daß er ein großer Papst war".Die hier geschilderte "Einfachheit seiner Seele" äußerte sich auch darin, dass Pius X. als erster Papst die traditionelle Einbalsamierung seines Leichnams verweigerte. Auf der Inschrift unter seinem Sarkophag kann man lesen:
PIUS PAPA X
PAUPER ET DIVES
MITIS ET HUMILIS CORDE
REIQUE CATHOLICAE VINDEX FORTIS
INSTAURARE OMNIA IN CHRISTO
SATAGANS
PAPST PIUS X.
ARM UND REICH
SANFT UND DEMÜTIG VON HERZEN
DER STARKE VERTEIDIGER DER KATHOLISCHEN SACHE
BESTREBT, ALLES IN CHRISTUS ZU ERNEUERN
Hl. Pius X. - der Programmpapst
![]() |
| Alles in Christus erneuern |
Lässt man einmal das dumme Gerede beiseite, das die heutige "Mainstream-Meinung" über Giuseppe Sarto prägt (wer es sich unbedingt antun will, der lese hier), entdeckt man eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit.
Da ist zunächst der atemberaubende Weg vom Sohn eines Postboten in einer italienischen Kleinstadt bis zum "Diener der Diener Gottes": zwar hatte es schon im 18. und 19. Jahrhundert den einen oder anderen "Bürgerlichen" auf dem Stuhl Petri gegeben - ein Papst aus dem "Prekariat" war dennoch etwas ganz Neues, auch wenn Giuseppe Sarto seine "niedere Herkunft" im Laufe der Jahre in einen "geistlichen Adel" transformiert hatte. So beschreibt ihn der franz. Kultusminister Chaumié wie folgt:
"Er ist ein Mann von großer persönlicher Anziehungskraft und eine glänzende Erscheinung . ein offenes Antlitz, aus dem Entschiedenheit spricht, die jedoch durch die Augen gemildert ist . aus ihnen leuchtet der Glanz ewiger Jugend. Jedes Sich-zur-Schau-stellen liegt ihm fern; er hat aber auch nichts Serviles an sich. Seine Umgangsformen ... sind vollendet, es sind die eines Mannes, der vollkommen Herr seiner selbst ist".Betrachtet man seine auffallend symmetrische kirchliche Laufbahn (8 Jahre Seminar, 9 Jahre Kaplan, 8 Jahre Pfarrer, 9 Jahre Domherr und Kapitelvikar, 10 Jahre Bischof von Mantua, 10 Jahre Patriach von Venedig, 11 Jahre Papst) etwas genauer, findet man das Paradebeispiel eines "Master-Plans". Selten zuvor und auch kaum danach hat ein Stellvertreter Christi vom ersten Tages seines Pontifikates an ein so klares, auf den verschiedenen Stationen seines bisherigen Wirkens erprobtes Programm gehabt, das er noch dazu auf einen einfachen Nenner zu bringen wusste. In seiner Antritts-Enzyklika "E supremi apostolatus cathedra" schreibt er:
"Gestützt auf die Kraft Gotttes verkünden wir, daß Wir für Unser Pontifikat kein anderes Programm kennen als das, alles zu erneuern in Christus, damit Christus alles und in allem sei".Mit großer Kraft und Disziplin (zum Zeitpunkt seiner Wahl war er fast 70 Jahre alt) hat Pius X. dieses Programm in die Tat umgesetzt: die Erneuerung des liturgischen und sakramentalen Lebens (participatio actuosa: ihr sollt nicht in der Messe, sondern die Messe beten) der Gläubigen, die Reform des Kirchenrechtes, die Herausgabe eines Katechismus, die Stärkung der Katholischen Aktion, die Reform der Kurie, die Verbesserung der Priesterausbildung, die Gründung des Päpstlichen Bibelinstituts - die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Wer sich einen Rest an gutem Willen bewahrt hat, wird es angesichts dieses Reformprogramms nicht mehr fertigbringen, das Pontifikat des Sarto-Papstes auf die Bekämpfung des Modernismus zu verengen.
Ein besonderes Augenmerk hatte Pius X. auf die Förderung der "Katholischen Aktion", der ersten großen Laienbewegung des 20. Jahrhunderts. Sie ist gleichzeitig ein Musterbeispiel für die Tatsache, dass der Papst seine Reformbemühungen nicht auf dem Stuhl Petri begonnen, sondern bereits in seiner Zeit als Bischof von Mantua und Patriarch von Venedig umfassend erprobt hatte. Von der von ihm gewünschten Mitarbeit der Laien in den Pfarreien besaß er daher eine klare Vorstellung, dier er 1895 anläßlich einer Versammlung der "Opera dei Congressi Cattolici" so formulierte:
"Nur ein einziges Wort sage ich, um nur eines zu empfehlen: die Tat. Wir wollen nicht große Reden halten; das Geschwätz überlassen wir den Politikern. Uns geht es um Taten. Die Mitglieder der Pfarrausschüsse müssen die Mitarbeiter des Pfarrers sein, müssen ihn in seiner priesterlichen Tätigkeit unterstützen, im Religionsunterricht, in der Leitung der Jugendorganisationen, bei der Wiederherstellung von Frieden und Eintracht in den Familien [...] Wir wollen arbeiten, aber ohne zeitliche Vorteile zu erstreben, ohne private Interessen zu verfolgen, ohne persönlichen Ehrgeiz. Wir wollen unsere Pflichten Gott, dem Nächsten und uns selbst gegenüber untadelig erfüllen".Klingt das nicht erstaunlich aktuell?
Dienstag, 25. Oktober 2011
Die Piusbrüder und die Action Française
Vor kurzem hat die Piusbruderschaft auf Ihrer deutschen Homepage einen Artikel von Michael Klonovsky aus dem Focus veröffentlicht. Die eine oder andere Passage in diesem Beitrag ist ganz nett formuliert, etwa diese:
Vielleicht muss man sich aber doch nicht allzu sehr wundern, denn die Ideologie der AF kommt dem politisch-gesellschaftlichen Denken der Piusbruderschaft sehr nahe. Die schroffe Ablehnung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", die - vorsichtig ausgedrückt - starke Reserve gegen Republik und Demokratie sowie der antisemitische Einschlag stellen deutliche Schnittmengen dar.
Ich bin mir sicher, dass der Hl. Vater auf ein "Viva Benedetto" sehr gut verzichten kann, wenn es von Leuten stammt, denen die Kirche als possierliches anti-zeitgeistiges Relikt in den Kram passt, die ihren Glauben aber für Unsinn halten.
Papstgegner waren Männer wie Kaiser Friedrich Barbarossa, Heinrich VIII., Luther, Calvin, Voltaire, Robespierre, Napoleon, Bismarck, Nietzsche oder Stalin; eine Institution, die dergleichen überstanden hat, muss sich vor Claudia Roth und Volker Beck nur in Maßen fürchten.Der Autor zollt der katholische Kirche Respekt für ihre reaktionäre Ausstrahlung, macht aber keinen Hehl daraus, dass er den Glauben dieser Kirche für unsinnig hält. Hierfür beruft er sich auf den Preußenkönig Friedrich II.:
"Wenn man eine lächerliche Religion abschafft", auch darüber war sich der Preußenkönig im Klaren, "dann tritt etwas noch Unsinnigeres an ihre Stelle." In der Tat sind die aktuellen Ersatzreligionen ziemlich unsinnig, weil deren Anhänger nicht zu glauben meinen, sondern zu wissen wähnen.Um ganz deutlich zu machen, woher bei diesem "Papst-Verteidiger" der Wind weht, sei der Schlusssatz seines Beitrages zitiert:
Er sei "nicht christlich, aber katholisch", bekannte Charles Maurras – eine Idee, die mir von Tag zu Tag plausibler erscheint.Macht man sich deutlich, dass "nicht christlich, aber katholisch" das Leitmotiv der Action Française war, jener royalistisch-nationalistischen Bewegung im Frankreich der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und berücksichtigt man, dass bereits der Namensgeber der Bruderschaft, der hl. Papst Pius X. diese Bewegung verurteilt hat, wundert man sich doch sehr, dass nicht wenigstens der Schlußsatz des Beitrags von der Redaktion mit einer entsprechenden einschränkenden Note versehen wurde.
Vielleicht muss man sich aber doch nicht allzu sehr wundern, denn die Ideologie der AF kommt dem politisch-gesellschaftlichen Denken der Piusbruderschaft sehr nahe. Die schroffe Ablehnung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", die - vorsichtig ausgedrückt - starke Reserve gegen Republik und Demokratie sowie der antisemitische Einschlag stellen deutliche Schnittmengen dar.
Ich bin mir sicher, dass der Hl. Vater auf ein "Viva Benedetto" sehr gut verzichten kann, wenn es von Leuten stammt, denen die Kirche als possierliches anti-zeitgeistiges Relikt in den Kram passt, die ihren Glauben aber für Unsinn halten.
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