Da kommt einem doch gleich ein Video in Erinnerung:
Samstag, 5. Mai 2012
Wer anderen eine Grube gräbt ...
Die, na sagen wir mal, elegant komponierten Passagen in der Doktorarbeit von Frau Ministerin Schavan sind nicht von Pappe. Auf dem entsprechenden Blog "Schavanplag" kann man sich bei Bedarf etwas darein vertiefen.
Da kommt einem doch gleich ein Video in Erinnerung:
Da kommt einem doch gleich ein Video in Erinnerung:
Donnerstag, 23. Februar 2012
Sehr nett ;-)
Schlagfertig muss man sein:
Unter dem Applaus der Anwesenden in der Audienzhalle Paul VI. führte Kardinal Dolan seine Mutter Shirley hinauf zum Podium des Papstes und stellte sie vor: „Heiliger Vater, hier ist meine Mutter!“ Dann fragte er, ob der Papst sie nun zur “First Lady” des Kardinalskollegiums machen könne. Schließlich sei er, Dolan, einer der wenigen im Kollegium, der jung genug sei, um eine noch lebende Mutter zu haben.
Dann habe der Papst, wie Dolan berichtet, seiner Mutter gesagt: “Sie sehen zu jung aus, um die Mutter eines Kardinals zu sein.“ Sofort habe seine Mutter geantwortet: „Heiliger Vater, war das eine unfehlbare Aussage?“
Ganze Geschichte hier auf kath.net ...
Samstag, 18. Februar 2012
Adversus Schmidbergeris III
Pater Recktenwald hat auf seinem Portal zur katholischen Glaubenswelt auf den zweiten Beitrag meiner kleinen Reihe Bezug genommen und bezweifelt, ob man Pater Schmidberger Demagogie und Falschmünzerei vorwerfen sollte: "Ich neige aber eher dazu, dahinter statt eines bösen Willens einfach mangelnde theologische Kompetenz, fehlendes Problembewußtsein und die Unfähigkeit zu theologischer Reflexion zu sehen". Ich kann Pater Recktenwalds Bedenken sehr gut verstehen, halte das Ganze aber letztlich für eine Geschmacksfrage: ich persönlich ziehe es im Falle eines Falles vor, als Demagoge denn als Dummkopf angesehen zu werden.
Schauen wir uns ein weiteres Paradebeispiel der Schmidberger'schen Theologie aus seinem kath.net-Interview an. Auf die Frage "Was heißt es für Sie, >cum et sub Petro< die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen?" gibt er folgende Antwort:
Das "Ewige Rom", von dem Pater Schmidberger und die Piusbruderschaft im allgemeinen gerne sprechen, ist also bei Licht besehen nichts anderes als eine fromm klingende Machination, die keinen anderen Zweck hat, als dem Nachfolger des Apostels Petrus den Gehorsam zu verweigern. Ich wäre gerne dabei, würde Pater Schmidberger versuchen, diesen Hütchenspieler-Trick bei einem der Pius-Päpste des 19. und 20. Jahrhunderts anzubringen, die er ja angeblich so verehrt: "In aller Ergebenheit, Hl. Vater, ich gehorche nicht Ihnen, sondern dem Ewigen Rom". Zumindest bei Pius IX. ist ganz gut überliefert, wie er auf den Versuch von Leuten reagiert hat, die gegen die Autorität seines Amtes die Tradition ausspielen wollten ...
Schauen wir uns ein weiteres Paradebeispiel der Schmidberger'schen Theologie aus seinem kath.net-Interview an. Auf die Frage "Was heißt es für Sie, >cum et sub Petro< die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen?" gibt er folgende Antwort:
Der heutige Papst ist genauso wie jeder Gläubige an die dogmatischen Verlautbarungen seiner Vorgänger gebunden. „Cum et sub Petro“ die Wahrheit des Glaubens zu verteidigen bedeutet also nichts anderes, als unter dem Lehramt des ewigen Roms für die kirchliche Lehre einstehen, die Stiftungen Jesu Christi – sein Priestertum, sein Opfer, die Sakramente, insbesondere die Ehe – als Konkretisierungen dieses Glaubens zu schützen und zu fördern, bedeutet aber auch, für den Papst in seinem schweren Amte zu beten und ihn als Vater der Christenheit zu verehren.Hier wird ganz deutlich, wie sich die Bruderschaft dem "Zugriff" des Hl. Vaters entziehen möchte. Ein Lehramt hat in diesem Text nicht der Papst inne, sondern man lebt "unter dem Lehramt des ewigen Roms" - für den Papst "in seinem schweren Amte" (welches Amt hat er denn, möchte man fragen) ist man freundlicherweise bereit zu beten und verehren tut man ihn als "Vater der Christenheit". Man kann lange rätseln, wird aber wohl kaum eine Antwort auf die Frage finden, was mit dem "Lehramt des Ewigen Roms" gemeint sein soll. Zur Erinnerung: die Kirche ist von ihrem Herrn nicht auf eine Stadt gegründet, sondern auf eine Person. Diese Person (nicht die Stadt) hat das höchste Lehramt in der Kirche inne und dieser Person schuldet der Katholik Gehorsam.
Das "Ewige Rom", von dem Pater Schmidberger und die Piusbruderschaft im allgemeinen gerne sprechen, ist also bei Licht besehen nichts anderes als eine fromm klingende Machination, die keinen anderen Zweck hat, als dem Nachfolger des Apostels Petrus den Gehorsam zu verweigern. Ich wäre gerne dabei, würde Pater Schmidberger versuchen, diesen Hütchenspieler-Trick bei einem der Pius-Päpste des 19. und 20. Jahrhunderts anzubringen, die er ja angeblich so verehrt: "In aller Ergebenheit, Hl. Vater, ich gehorche nicht Ihnen, sondern dem Ewigen Rom". Zumindest bei Pius IX. ist ganz gut überliefert, wie er auf den Versuch von Leuten reagiert hat, die gegen die Autorität seines Amtes die Tradition ausspielen wollten ...
Mittwoch, 15. Februar 2012
Adversus Schmidbergeris II
In dem auf kath.net veröffentlichten Interview gibt Pater Schmidberger einen kurzen Abriss der "Argumente", die seine Bruderschaft gegen die Rechtgläubigkeit des II. Vatikanischen Konzils und eine "Hermeneutik der Kontinuität", d.h. die organische Anknüpfung seiner Lehren an die bisherige Lehrverkündigung der Kirche vorbringt. Nichts wäre besser geeignet, um sich ein klare Bild von der geistigen Verfassung der FSSPX zu machen als diese "ipsissima verba" eines "Distriktoberen":
Was, Herr Pater, bleibt von ihrem Argument übrig, wenn man den Text von Lumen Gentium mit der ehrlichen Gesinnung liest, die einem Kind der Kirche (ja, der auf den Felsen Petri erbauten lebendigen Kirche Jesu Christi und nicht des "Ewigen Roms", was auch so eine unreinliche Konstruktion ihrer After-Theologie ist) angemessen und selbstverständlich ist? Haben Sie diesen Text nie gelesen oder ist er für sie nur ein Steinbruch, aus dem man sich mit unlauteren Methoden bedient, um seine Ideologie zu transportieren? Schlimmer noch: Ist das vielleicht auch ganz allgemein Ihr Umgang mit den Texten der kirchlichen Tradition, die sie angeblich so hoch schätzen? Das mag Ihnen bei Ihrem Fanclub durchgehen, aber - Vorsicht! - es gibt Menschen, die Ihnen auf die Finger schauen und gegebenenfalls auch klopfen, weil ihnen diese Texte ("vor"- und "nachkonziliar") heilig sind und weil sie es nicht vertragen, wenn mit der Sprache (die ja auch ihre Heiligkeit hat für eine Religion, an deren Anfang der "Logos" steht) Schindluder getrieben wird von Demagogen und anderen Betrügern - tragen sie nun ein geistliches Gewand oder nicht.
In „Lumen gentium“ heißt es gleich in § 1, die Kirche sei das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes. Aber wo in der Heiligen Schrift, bei welchem Kirchenvater, in welcher päpstlichen Verlautbarung und in welchem Konzil hat man jemals etwas Ähnliches gelesen? Die Kirche ist dazu eingesetzt, den mystischen Herrenleib aufzubauen und dazu die Seelen mit dem übernatürlichen Glaubens- und Gnadenleben zu beschenken, aber eben nicht zu einer innerweltlichen Menschheitsverbrüderung.Das Konzil, so der implizite Vorwurf, verkündet die Kirche nicht mehr als von Gott eingesetztes Heils-Instrument, sondern will sie den flachen Idealen und Utopien einer "innerweltlichen Menschheitsverbrüderung" unterordnen (Wenn P. Schmidberger unter seinesgleichen ist, fügt er hier wahrscheinlich noch Hinweise auf die französische Revolution, die Freimaurerei und die UNO hinzu). Nun lesen wir einmal den Originaltext:
Christus ist das Licht der Völker. Darum ist es der dringende Wunsch dieser im Heiligen Geist versammelten Heiligen Synode, alle Menschen durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet (vgl. Mk 16,15). Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. Deshalb möchte sie das Thema der vorausgehenden Konzilien fortführen, ihr Wesen und ihre universale Sendung ihren Gläubigen und aller Welt eingehender erklären. Die gegenwärtigen Zeitverhältnisse geben dieser Aufgabe der Kirche eine besondere Dringlichkeit, daß nämlich alle Menschen, die heute durch vielfältige soziale, technische und kulturelle Bande enger miteinander verbunden sind, auch die volle Einheit in Christus erlangen.Der Taschenspielertrick von Pater Schmidberger besteht - wie bei allen geistigen Falschmünzern aller Zeiten - in einer Auslassung und in einer Hinzufügung. Das Konzil sagt nicht einfach, dass die Kirche das Sakrament der Einheit des Menschengeschlechtes sei, sondern "Zeichen und Werkzeug der innigsten Vereinigung mit Gott" sowie der "Einheit der ganzen Menschheit". "Werkzeug der innigsten Vereinigung mit Gott" (das ist die trickreiche Auslassung) will ja nichts anderes sagen, als dass in der Kirche und ihrem Gnadenleben der Mensch der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott teilhaftig wird, d.h. - in der Sprache der Tradition, von der diese Leute immer faseln - sein übernatürliches Ziel erreicht. Diese Sendung der Kirche, den Menschen das Leben Gottes in Jesus Christus zu bringen, ist universal, d.h. sie richtet sich - pardon für die narzisstische Kränkung, aber es ist unser Herr selbst, der hier "kränkt" - nicht nur an die kleine Schar der Piusbruderschaft, sondern an alle Menschen. Die wahre "Einheit des Menschengeschlechtes", die in der immer stärker zusammenwachsenden Welt (das Konzil sieht hier beinahe prophetisch die "Globalisierung" voraus) zu einer immer realeren Vision wird, kann also nicht "innerweltlich" (das ist die bösartige Hinzufügung des Paters) realisiert werden, sondern nur "in Christus" und durch seine Kirche.
Was, Herr Pater, bleibt von ihrem Argument übrig, wenn man den Text von Lumen Gentium mit der ehrlichen Gesinnung liest, die einem Kind der Kirche (ja, der auf den Felsen Petri erbauten lebendigen Kirche Jesu Christi und nicht des "Ewigen Roms", was auch so eine unreinliche Konstruktion ihrer After-Theologie ist) angemessen und selbstverständlich ist? Haben Sie diesen Text nie gelesen oder ist er für sie nur ein Steinbruch, aus dem man sich mit unlauteren Methoden bedient, um seine Ideologie zu transportieren? Schlimmer noch: Ist das vielleicht auch ganz allgemein Ihr Umgang mit den Texten der kirchlichen Tradition, die sie angeblich so hoch schätzen? Das mag Ihnen bei Ihrem Fanclub durchgehen, aber - Vorsicht! - es gibt Menschen, die Ihnen auf die Finger schauen und gegebenenfalls auch klopfen, weil ihnen diese Texte ("vor"- und "nachkonziliar") heilig sind und weil sie es nicht vertragen, wenn mit der Sprache (die ja auch ihre Heiligkeit hat für eine Religion, an deren Anfang der "Logos" steht) Schindluder getrieben wird von Demagogen und anderen Betrügern - tragen sie nun ein geistliches Gewand oder nicht.
Adversus Schmidbergeris I
Pater Franz Schmidberger, FSSPX, ist zur Zeit ein begehrter Interview-Partner. Nicht nur Paul Badde in der Welt, sondern auch Armin Schwibach auf kath.net geben dem bekanntesten und "ranghöchsten" deutschen Vertreter der Piusbruderschaft eine Plattform zur Rechtfertigung der weiterhin ablehnenden Haltung der FSSPX gegenüber dem Einigungsvorschlag des Hl. Vaters.
Dahinter steckt wohl der gute Wille, diese Einigung im Sinne des Hl. Vaters zu unterstützen - es ist aber doch schwer zu verstehen, warum "kernkatholische" Journalisten Pater Schmidberger seine teilweise unsäglichen Polemiken gegen das Lehramt und in besonderer Weise gegen das II. Vatikanische Konzil weitestgehend unwidersprochen durchgehen lassen.
Ich werde in den Nächten Posts einige der skandalösen Aussagen Schmidbergers etwas detaillierter beleuchten. Was einem aber als ewiger basso continuo der Bruderschaft jenseits aller Details auf die Nerven geht, ist die anmassende Behauptung der eigenen Erwählung. So sagt Schmidberger am Ende des Badde-Interviews:
Dahinter steckt wohl der gute Wille, diese Einigung im Sinne des Hl. Vaters zu unterstützen - es ist aber doch schwer zu verstehen, warum "kernkatholische" Journalisten Pater Schmidberger seine teilweise unsäglichen Polemiken gegen das Lehramt und in besonderer Weise gegen das II. Vatikanische Konzil weitestgehend unwidersprochen durchgehen lassen.
Ich werde in den Nächten Posts einige der skandalösen Aussagen Schmidbergers etwas detaillierter beleuchten. Was einem aber als ewiger basso continuo der Bruderschaft jenseits aller Details auf die Nerven geht, ist die anmassende Behauptung der eigenen Erwählung. So sagt Schmidberger am Ende des Badde-Interviews:
Die Pius-Bruderschaft hat viele Krisen gesehen und ist aus all diesen immer eher gestärkt als geschwächt hervorgegangen. Darüber hinaus hat sie sich mit all ihren Mitgliedern und Häusern am 8. Dezember 1984 der Muttergottes geweiht und geschenkt. Ich glaube kaum, dass Gott ein Werk Seiner eigenen Mutter fallen lässt.Hier haben wir den ersten kleinen, aber ganz typischen Hütchenspieler-Trick: Aus der Tatsache, dass die Bruderschaft sich der Muttergottes geweiht hat, wird im letzten Satz die Aussage, sie - die Bruderschaft - sei "ein Werk Seiner eigenen Mutter". Nein, die FSSPX ist zunächst einmal das Werk eines im Stande der Exkommunikation gestorbenen Erzbischofs und der von ihm in einem schismatischen Akt geweihten Bischöfe.
Dienstag, 7. Februar 2012
Bischof Müller platz die Hutschnur!
Gestern hatte ich mal wieder - mit dem üblichen schlechten Gewissen - über das etwas seichte öffentliche Gerede eines deutschen Bischofs gemosert. Heute hat mir ein anderer deutscher Bischof bewiesen, dass es auch gänzlich unseicht geht: klare Worte und deftige Polemik (ja, wenn es denn sein muss auch einmal "ad hominem", Herr Bundestagspräsident) - das Ganze kombiniert mit theologischer Klarheit und echter ökumenischer Gesinnung im Geiste des 2. Vatikanums.
Ich kann mich gar nicht so recht erinnern, wann ich das letzte Mal einen deutschen Bischof so kraftvoll habe schreiben sehen. Also: Tag im Kalender rot anstreichen, den Text noch einmal freudig lesen und den guten Bischof Müller heute ganz fest ins Nachtgebet einschließen.
Ach ja, noch ein paar Kostproben als Appetitanreger:
Aber von einer Neuevangelisierung eines müde gewordenen christlichen Europas, der Weitergabe des Glaubens an die Jugend und einer Vertiefung der sakramentalen und personalen Frömmigkeit ist wenig zu hören. Stattdessen richten sich die „Kirchenträume“ auf Zustände und Vorgänge, die man bei anderen christlichen Gemein-schaften als Errungenschaften sieht, die als Ausweis gelten für den „Protestantismus“ als die modernere Version des Christentums: Liberalisierung der Sexualmoral, Zugeständnisse in der Bioethik, Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern unter Maßgabe feministischer Ideologien, die demokratische Abstimmung über die Glaubenswahrheiten, womit der Mensch bestimmt, was Gott eigentlich zu offenbaren gehabt hätte. Kern und Stern aller Reform-Rhetorik ist der verbissene Kampf gegen den Zölibat der Priester wie zu Reformationszeiten.
Wie wollte man das besser sagen?
Spätestens wenn ein theologisierender Politiker im Brustton selbstverliebter Ignoranz als „protestantisch veranlagter Katholik“ sich während einer Predigt selbst uraufführt, bedarf es der Nachfrage, was denn unter „Protestantismus“ zu verstehen ist, der den Katholizismus endlich aus dem Mittelalter herausführen und mit der Moderne versöhnen soll.
Uups, "theologisierender Politiker", "selbstverliebte Ignoranz" - da kappt jemand in heiligem Zorn die Taue zum ZdK.
Ein einziger gewissenhafter Katholik wie der heilige Thomas Morus, der für den Primat der Wahrheit seinen Kopf verlor, hat für die Erneuerung der Kirche unendlich viel mehr getan als die feige Mehrheit, die mit dem Eid auf einen Machtpolitiker als oberstes Haupt der Kirche von England Christus als König und Haupt verlor, der seine Kirche unzerstörbar auf Petrus gebaut hat.
Vielen Dank, Exzellenz!
Montag, 6. Februar 2012
Kardinal Marx und der Zivilisationsbruch
Seit Donnerstag geht mir das Interview im Kopf herum, das Kardinal Marx der ZEIT gegeben hat. Genauer gesagt, ist es eine kurze Sentenz, der mir wieder und wieder aufstößt:
Und weiter: stünde es kirchlichen Würdenträgern nicht gut an, in Interviews dieser Art einmal die Zivilisationsbrüche unserer Tage zumindest beim Namen zu nennen? Zum Beispiel die Tatsache, dass Jahr für Jahr ca. 150.000 Kinder das Licht der Welt nicht erblicken dürfen. Oder - wenn wir schon beim historischen Vergleich sind - das Faktum, dass Menschen mit Down-Syndrom heute mit höherer Effizienz getötet werden als zu Zeiten des staatlich verordneten Euthanasie-Programms?
Ein letztes: Der Kardinal beklagt die Neigung zur Schwarz-Weiß-Argumentation und analysiert in diesem Zusammenhang auch die Haltung "radikaler katholischer Internetseiten" mit dem Satz "Man will klare Verhältnisse, so unklar die Lage oft auch ist". Einige Zeilen vorher sagt er über den Weltbild-Ausstieg:
Fremdschämen bezüglich der "guten alten Zeit" und Schönreden bei den eigenen Fehlern - mir gefällt diese Kombination nicht besonders gut ...
Ich halte nichts vom Begriff der »guten alten Zeit«, das ist eine Erfindung der Nachgeborenen. Was mich zum Beispiel bedrückt: In einem Land, wo wahrscheinlich die Kenntnis der Zehn Gebote intensiver war als heute, wo die Ehen stabiler waren, wo der Kirchenbesuch erheblich über unserem heutigen lag, ist der größte Zivilisationsbruch aller Zeiten passiert.Man kann das ganz harmlos finden, vielleicht sogar "nachdenklich". Mir will aber nicht einleuchten, warum ein deutscher Kardinal in diesem Zusammenhang die antifaschistische Keule schwingen muss und einen negativen Zusammenhang zwischen "höherem Kirchenbesuch" und dem "größten Zivilisationsbruch aller Zeiten" herstellt. DAS (und nicht jede Rede von der "guten alten Zeit") ist grob unhistorisch. Es waren nicht die regelmässigen Kirchgänger und schon gar nicht die katholischen, die Herrn Hitler und seine Partei gewählt haben (zur Erinnerung: die NSDAP hat in den freien Wahlen der Weimarer Republik nie mehr als 20% der Katholiken für sich gewinnen können). Und was soll die Herstellung des Zusammenhang überhaupt bedeuten? Dass die Nichtkenntnis der Zehn Gebote, die Lebensabschnittsgemeinschaft und die Abstinenz vom Kirchgang mehr Zivilisation hervorbringen?
Und weiter: stünde es kirchlichen Würdenträgern nicht gut an, in Interviews dieser Art einmal die Zivilisationsbrüche unserer Tage zumindest beim Namen zu nennen? Zum Beispiel die Tatsache, dass Jahr für Jahr ca. 150.000 Kinder das Licht der Welt nicht erblicken dürfen. Oder - wenn wir schon beim historischen Vergleich sind - das Faktum, dass Menschen mit Down-Syndrom heute mit höherer Effizienz getötet werden als zu Zeiten des staatlich verordneten Euthanasie-Programms?
Ein letztes: Der Kardinal beklagt die Neigung zur Schwarz-Weiß-Argumentation und analysiert in diesem Zusammenhang auch die Haltung "radikaler katholischer Internetseiten" mit dem Satz "Man will klare Verhältnisse, so unklar die Lage oft auch ist". Einige Zeilen vorher sagt er über den Weltbild-Ausstieg:
Aber müssen Bischöfe selbst erwerbswirtschaftlich tätig sein? Das, meine ich, muss nicht sein.Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang haben die Bischöfe in dieser Frage nach dem Motto "die Lage ist nicht so klar" gehandelt. Es waren nicht zuletzt die bösen "katholischen Internetseiten", die nun einen Sinneswandel erzwungen haben.
Fremdschämen bezüglich der "guten alten Zeit" und Schönreden bei den eigenen Fehlern - mir gefällt diese Kombination nicht besonders gut ...
Dienstag, 31. Januar 2012
Noch einmal: Braucht uns Gott?
Zu meinem letzten Posting über die Frage, ob Gott uns braucht, hat es zwei interessante Kommentare gegeben, die sich auf je eigene Weise an der scheinbaren "Gefühlslosigkeit" und "Unpersönlichkeit" des von mir skizzierten "Gottesbildes" stossen.
Zunächst handelt es sich hier nicht um ein "Gottesbild" - und schon gar nicht um ein "philosophisches". Ich hatte lediglich in stark verkürzter Form den Glauben der Kirche dargestellt, wie ihn uns die Schultheologie lehrt. Philosophisch ist diese Theologie nur insofern sie sich in philosophisch geklärten Begriffen ausdrückt - was aber jede Theologie tun muss, die ihren Namen verdient. Womit nicht geleugnet werden soll, dass es auch andere Wege gibt, den Glauben auszudrücken, etwa in der Sprache der Poesie.
Was macht nun diese an Klarheit (und damit auch Schönheit!) des Gedankens wohl nicht so leicht zu überbietende Theologie für uns Heutige so unattraktiv? Ein Satz im Kommentar von Sperantia scheint mir den deutlichsten Hinweis zu geben: "Doch er hat uns geschaffen, um mit uns in einer Beziehung zu stehen". Ich fürchte, hier muss man widersprechen - umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wir stehen mit Gott in einer Beziehung, weil er uns geschaffen hat. Ein Geschöpf Gottes zu sein, von ihm ins Sein gerufen, aufgrund seiner sich verströmenden Liebe (Selbstmitteilung) nicht "Nicht-zu-sein", das begründet unsere Beziehung zu Gott. Es ist vielleicht das größte Defizit des modernen Menschen, dass ihm dieser Zusammenhang so wenig evident ist. Aber letztlich ist dieses Defizit ja nur Ausdruck der Ursünde des Menschen: seine Geschöpflichkeit nicht anerkennen zu wollen, seine Vollendung nicht zu finden im sehnsüchtigen (Zurück-)Streben zu seinem Ursprung, sondern einen verzweifelten Selbststand ausserhalb des von Gott vorgegebenen Plans finden zu wollen: selbst ein kleiner Gott sein zu wollen. Auch als Christen, die wir die "zweite Chance" ergreifen, die uns im menschgewordenen Gottessohn entgegengestreckt wurde, sollten wir nicht vergessen, dass die Annahme des Geschöpfseins bereits genug gewesen wäre, um selig zu sein.
"Sonst wären wir nur ein lebendiges Spielzeug" - nein, Gott spielt nicht mit uns im Sinne eines "Zeugs". Mit unserer Existenz lässt er uns an seinem Sein teilhaben und damit auch an seiner Freiheit. Aber es ist nicht das schlechteste Bild unserer Bestimmung, dass wir vor Gott "spielen". Denn was ist Spielen anderes als der Inbegriff des "Bei-sich-Seins", was christlich nichts anderes bedeuten kann, als "Bei-Gott-Sein"? Und ist das versunkene Spielen eines Kindes nicht der stärkste Ausdruck des staunenden Geniessens der Schöpfung? Und als Loslösung von allen Zwecken und Bedürfnissen gleichzeitig das höchste Bild menschlicher Freiheit?
Als Menschen im gefallenen Zustand steht uns der Weg einer "unmittelbaren" Rückkehr zu unserem Schöpfer allerdings nicht mehr offen - wir müssen uns von Christus erlösen lassen und an seiner Hand und in seiner Nachfolge unseren Weg zum Vater gehen. Von daher hat Walter Schwaiger ganz recht, wenn er schreibt, "dass im Christentum der Weg nur über Christus führen kann". Ganz unverständlich ist mir aber seine Aussage, der menschgewordene Gott sei "eine Brücke, die uns den Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf überwinden lässt". Das klingt so, als sei Gott für seine Geschöpfe per se (also qua ihrer Geschöpflichkeit) unerreichbar. Unüberbrückbar ist aber nicht der Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf, sondern die Trennung zwischen Gott und dem Sünder. Diesen Abgrund hat Christus für uns überwunden und über ihn "eine Brück gebaut".
Ich habe auch die größten Probleme mit der Aussage, Menschwerdung bedeute "Bedürftig werden". Natürlich "bedurfte" der Mensch Jesus der Nahrung, der Kleidung, des Schlafes, etc. Aber bedurfte er menschlicher Liebe in der Weise, wie wir uns Liebe kaum vorstellen können ohne das Bedürfnis "zurückgeliebt" zu werden? Ich finde für eine solche Behauptung beim besten Willen keinen Anhaltspunkt in der Hl. Schrift. Ist es nicht fast befremdlich, wie wenig Jesus selbst der Liebe seiner Mutter "bedurfte"? Und ist die Frage an Petrus "Simon bar Jona, liebst Du mich?" (Joh 21) etwas anderes als die Gründung des Amtes auf die ungeteilte Hingabe an den Herrn?
Zuletzt: "weil mein Gottes- und Jesusbild so viel personalisierter und persönlicher ist". Hierin steckt noch einmal der Vorwurf an die kirchliche Lehre, sie zeichne ein abstrakt-unpersönliches Bild von Gott. Ich habe schon deutlich gemacht, dass ich diesen Vorwurf nicht nachvollziehen kann, wenn die Theologie von einem persönlichen Gott spricht, in dessen überfließender Liebe Geschöpfe gründen, deren Bestimmung es ist, in einer freien (personalen) Liebe zu ihrem liebenden Schöpfer zurückzukehren und ihn dadurch zu verherrlichen.
Ist es nicht eher so, dass dieses "viel personalisierter und persönlicher" eigentlich ein "viel menschlicher" meint? Ist es nicht doch der Wunsch nach dem "Gott auf Augenhöhe"?
In Jesus Christus ist Gott uns so nahe gekommen, dass wir "Du" zu ihm sagen können. Es bleibt aber das "Du" des Kindes zum Vater, des Geschöpfes zum Schöpfer. Das Neue Testament zeigt uns keinen "Kumpel Jesus", sondern den Herrn, der uns lehrt, dass die höchste Liebe des Menschen in der Befolgung des göttlichen Gebotes besteht. Selbst dort, wo Jesus uns "nicht mehr Knechte, sondern Freunde" nennt, wird dies ganz deutlich:
Zunächst handelt es sich hier nicht um ein "Gottesbild" - und schon gar nicht um ein "philosophisches". Ich hatte lediglich in stark verkürzter Form den Glauben der Kirche dargestellt, wie ihn uns die Schultheologie lehrt. Philosophisch ist diese Theologie nur insofern sie sich in philosophisch geklärten Begriffen ausdrückt - was aber jede Theologie tun muss, die ihren Namen verdient. Womit nicht geleugnet werden soll, dass es auch andere Wege gibt, den Glauben auszudrücken, etwa in der Sprache der Poesie.
Was macht nun diese an Klarheit (und damit auch Schönheit!) des Gedankens wohl nicht so leicht zu überbietende Theologie für uns Heutige so unattraktiv? Ein Satz im Kommentar von Sperantia scheint mir den deutlichsten Hinweis zu geben: "Doch er hat uns geschaffen, um mit uns in einer Beziehung zu stehen". Ich fürchte, hier muss man widersprechen - umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wir stehen mit Gott in einer Beziehung, weil er uns geschaffen hat. Ein Geschöpf Gottes zu sein, von ihm ins Sein gerufen, aufgrund seiner sich verströmenden Liebe (Selbstmitteilung) nicht "Nicht-zu-sein", das begründet unsere Beziehung zu Gott. Es ist vielleicht das größte Defizit des modernen Menschen, dass ihm dieser Zusammenhang so wenig evident ist. Aber letztlich ist dieses Defizit ja nur Ausdruck der Ursünde des Menschen: seine Geschöpflichkeit nicht anerkennen zu wollen, seine Vollendung nicht zu finden im sehnsüchtigen (Zurück-)Streben zu seinem Ursprung, sondern einen verzweifelten Selbststand ausserhalb des von Gott vorgegebenen Plans finden zu wollen: selbst ein kleiner Gott sein zu wollen. Auch als Christen, die wir die "zweite Chance" ergreifen, die uns im menschgewordenen Gottessohn entgegengestreckt wurde, sollten wir nicht vergessen, dass die Annahme des Geschöpfseins bereits genug gewesen wäre, um selig zu sein.
"Sonst wären wir nur ein lebendiges Spielzeug" - nein, Gott spielt nicht mit uns im Sinne eines "Zeugs". Mit unserer Existenz lässt er uns an seinem Sein teilhaben und damit auch an seiner Freiheit. Aber es ist nicht das schlechteste Bild unserer Bestimmung, dass wir vor Gott "spielen". Denn was ist Spielen anderes als der Inbegriff des "Bei-sich-Seins", was christlich nichts anderes bedeuten kann, als "Bei-Gott-Sein"? Und ist das versunkene Spielen eines Kindes nicht der stärkste Ausdruck des staunenden Geniessens der Schöpfung? Und als Loslösung von allen Zwecken und Bedürfnissen gleichzeitig das höchste Bild menschlicher Freiheit?
Als Menschen im gefallenen Zustand steht uns der Weg einer "unmittelbaren" Rückkehr zu unserem Schöpfer allerdings nicht mehr offen - wir müssen uns von Christus erlösen lassen und an seiner Hand und in seiner Nachfolge unseren Weg zum Vater gehen. Von daher hat Walter Schwaiger ganz recht, wenn er schreibt, "dass im Christentum der Weg nur über Christus führen kann". Ganz unverständlich ist mir aber seine Aussage, der menschgewordene Gott sei "eine Brücke, die uns den Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf überwinden lässt". Das klingt so, als sei Gott für seine Geschöpfe per se (also qua ihrer Geschöpflichkeit) unerreichbar. Unüberbrückbar ist aber nicht der Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf, sondern die Trennung zwischen Gott und dem Sünder. Diesen Abgrund hat Christus für uns überwunden und über ihn "eine Brück gebaut".
Ich habe auch die größten Probleme mit der Aussage, Menschwerdung bedeute "Bedürftig werden". Natürlich "bedurfte" der Mensch Jesus der Nahrung, der Kleidung, des Schlafes, etc. Aber bedurfte er menschlicher Liebe in der Weise, wie wir uns Liebe kaum vorstellen können ohne das Bedürfnis "zurückgeliebt" zu werden? Ich finde für eine solche Behauptung beim besten Willen keinen Anhaltspunkt in der Hl. Schrift. Ist es nicht fast befremdlich, wie wenig Jesus selbst der Liebe seiner Mutter "bedurfte"? Und ist die Frage an Petrus "Simon bar Jona, liebst Du mich?" (Joh 21) etwas anderes als die Gründung des Amtes auf die ungeteilte Hingabe an den Herrn?
Zuletzt: "weil mein Gottes- und Jesusbild so viel personalisierter und persönlicher ist". Hierin steckt noch einmal der Vorwurf an die kirchliche Lehre, sie zeichne ein abstrakt-unpersönliches Bild von Gott. Ich habe schon deutlich gemacht, dass ich diesen Vorwurf nicht nachvollziehen kann, wenn die Theologie von einem persönlichen Gott spricht, in dessen überfließender Liebe Geschöpfe gründen, deren Bestimmung es ist, in einer freien (personalen) Liebe zu ihrem liebenden Schöpfer zurückzukehren und ihn dadurch zu verherrlichen.
Ist es nicht eher so, dass dieses "viel personalisierter und persönlicher" eigentlich ein "viel menschlicher" meint? Ist es nicht doch der Wunsch nach dem "Gott auf Augenhöhe"?
In Jesus Christus ist Gott uns so nahe gekommen, dass wir "Du" zu ihm sagen können. Es bleibt aber das "Du" des Kindes zum Vater, des Geschöpfes zum Schöpfer. Das Neue Testament zeigt uns keinen "Kumpel Jesus", sondern den Herrn, der uns lehrt, dass die höchste Liebe des Menschen in der Befolgung des göttlichen Gebotes besteht. Selbst dort, wo Jesus uns "nicht mehr Knechte, sondern Freunde" nennt, wird dies ganz deutlich:
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich Euch gebiete (Joh 15).
Montag, 9. Januar 2012
Braucht uns Gott?
Rund um einige Beiträge von Josef Bordat hat sich in der vergangenen Woche eine Diskussion zu der Frage entwickelt, ob Gott unsere Liebe braucht. Ausgangspunkt war ein Beitrag über eine Katechese, die Frère Alois beim Taizé-Treffen gehalten hatte.
Zu Ende der Diskussion scheint sich ein gewisser Konsens herausgebildet zu haben, nach dem man zwar nicht sagen könne, Gott brauche uns in einem "existenziellen Sinn", eine Sehnsucht Gottes nach unserer Liebe könne man aber wohl nicht verneinen (siehe den abschließenden Beitrag von Josef Bordat und die dort angegebenen Verweise auf die Diskussionsbeiträge).
Ich empfinde diesen Konsens und große Teile der Diskussion als ein wenig irritierend. Dies bezieht sich nicht auf die Qualität der Beiträge - es sind viele beeindruckende Gedankengänge darunter. Aber ich frage mich doch, warum zentrale Aussagen des katholischen Glaubens teilweise behandelt werden als seien sie Teil einer Geheimwissenschaft. Dies umso mehr, als in der Diskussion eine Aufstellung dogmatischer Sätze aus einem schultheologischen Lehrbuch ("der Ott") allseits positiv gewürdigt wurde (über diese "254 Dogmen der Kirche" sollte man auch noch einmal reden).
Gott braucht uns in keiner Weise. Ein solches "Brauchen" widerspräche ganz offensichtlich seiner Vollkommenheit. Es gibt in Gott keinen Mangel, der durch irgendetwas, schon gar nicht durch den Menschen behoben werden könnte und müsste. Nun stellt sich aber die Frage, wie man angesichts des sich selbst genügenden Gottes von Liebe sprechen kann, ja sogar davon, daß "Gott die Liebe ist" (1 Joh 4,8). Hier geht jeder denkerische Ansatz fehl, der die Liebe Gottes von der Liebe des Menschen her konstruieren will. Die Liebe Gottes zu sich selbst ist sein Wesen. Was auch sonst könnte Gott lieben als das vollkommene Gut-Sein, das er selbst ist?
Die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen besteht nun darin, dass er sich an sie verschenkt, indem er ihnen schenkt, dass sie durch ihn existieren und daß sie (in Freiheit!) zu ihm (zurück-)streben (mit anderen Worten: ihn lieben). Diese Liebe Gottes zu uns ist eine Liebe des Wohlgefallens (amor complacentiae), weil wir an seiner Vollkommenheit teilhaben und ihm unser Endziel haben und sie ist eine Liebe des Wohlwollens (amor benevolentiae), weil Gott in dieser Liebe selbst nichts empfängt, sondern nur schenkt. Sie ist nicht Folge, sondern Ursache unseres Gut-Seins. Die Liebe Gottes ist KEINE Liebe des Begehrens (amor concupiscentiae), weil sie reine Aktivität ist und in ihr keine Passivität sein kann, die gleichsam auf unsere Re-Aktivität "wartet" und keine Emotion, weil Gott nicht bewegt werden kann (er ist der "unbewegte Beweger"). Alle Zuschreibungen von Affekten und Leidenschaften, wie wir sie vor allem im Alten Testament finden (Gott bereut, Gott ist eifersüchtig, etc.) sind Anthropomorphismen und Analogien, die dazu dienen, die Intensität und Herrlichkeit des göttlichen Schöpfungs- und Heilswerkes zu verdeutlichen.
Gott ist also nicht angewiesen auf unsere Liebe, er ist nicht abhängig von ihr, er sehnt sich nicht nach ihr und schon gar nicht lebt er in einer Schicksalsgemeinschaft mit uns. Er braucht unsere Liebe auch nicht für das "Gelingen" seines Heilsplans - wir können Gott nicht sein Spiel verderben, sondern immer nur unseres. Und sollten wir dies tun, vollzöge sich dieser liebvoll-barmherzige Heilsplan in seiner Gerechtigkeit an uns. Dann fehlte uns auf Ewigkeit alles - Gott aber nichts.
So manches Missverständnis in dieser Frage scheint mir in wohlklingenden, meist sicher fromm gemeinten Sätzen der Art "In der Menschwerdung Jesu macht Gott sich verletzlich" begründet zu sein. Diese Sätze haben eine gewisse innere Tendenz, den Zielpunkt der Inkarnation zu verschieben, so als ginge es beim "heiligen Tausch" um die Vermenschlichung Gottes (es ist dann nicht weit zu einem fröhlichen "Mach's wie Gott - werde Mensch") und nicht vielmehr um die Vergöttlichung des Menschen. In Bezug auf unser Thema, die Liebe Gottes zu den Menschen und die Liebe des Menschen zu Gott, ist das Geheimnis von Weihnachten natürlich von größter Bedeutung: es beseitigt die Anthropomorphismen des Alten Testaments und stellt uns die zweite Person der Trinität als jemanden vor Augen, der "ganz Mensch" ist. In ihm sehen wir, wie die göttliche Liebe "als Mensch" handelt. Das bedeutet aber nicht, dass damit der Abstand zwischen Schöpfer und Geschöpf beseitigt wäre, von dem der Glaube der Kirche sagt, dass er so groß ist, dass jeder Ähnlichkeit eine noch größere Unähnlichkeit entspricht.
Freitag, 9. Dezember 2011
Katholikentag
Eher durch Zufall bin ich über die Website für den nächsten Katholikentag in Freiburg gestossen. Ganz reizend die Liste unter "Unsere Ideale":
Gut, dass wir das ZdK haben ...
- Wir sind viele!
- Wir sind modern!
- Wir sind politisch!
- Wir sind katholisch!
Alles klar: viele + modern + politisch = katholisch. Selten so eine überzeugende Definition gelesen.
Den Zusammenhang zwischen politisch und katholisch erläutert dann Herr Alois Glück, seines Zeichens Chef des Zentralkomitees:
Kirche und Gesellschaft stehen gleichermaßen an einem Wendepunkt. Ohne den tatkräftigen Willen zur Erneuerung werden wir weder die gegenwärtige Krise unserer Kirche überwinden, noch die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in unserem Land und in der globalisierten Welt bewältigen", unterstrich der Präsident des ZdK, Alois Glück, bei der Vorstellung des Leitwortes. "Mit dem Katholikentag wollen wir ein Zeichen setzten, dass sich Christinnen und Christen sowohl an der Erneuerung ihrer Kirche als auch der Gesellschaft beteiligen wollen."Ein wahrhaft heroisches Unternehmen: Neben der Abwendung der Weltfinanzkrise wird von den Berufs-Katholiken dann auch gleich noch die Kirchenkrise durch einen "neuen Aufbruch" überwunden.
Gut, dass wir das ZdK haben ...
Donnerstag, 17. November 2011
Weltbild - was nun?
Der heutige Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden und die zugehörige Erklärung des Bistums Augsburg deuten darauf hin, dass bei Weltbild diesmal nicht alles beim Alten bleiben wird. Das ist rundum erfreulich!
Gleichzeitig möchte man in der Haut der Bischöfe, die sich bei der Sitzung des Ständigen Rates der DBK in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen werden, nicht stecken. Jede Handlungsoption, die man nun ins Auge fassen könnte, hat es in sich:
Gleichzeitig möchte man in der Haut der Bischöfe, die sich bei der Sitzung des Ständigen Rates der DBK in der kommenden Woche mit dem Thema beschäftigen werden, nicht stecken. Jede Handlungsoption, die man nun ins Auge fassen könnte, hat es in sich:
- Alles beim Alten lassen: das ist wohl vorbei (siehe oben).
- Die große Lösung: Den Konzern verkaufen. Da könnte es ein böses Erwachen geben. Was, wenn den Laden niemand haben will? In der Tat kann man sich ja nicht so recht vorstellen, wer einen Online-Buchhandel, eine Buchhandelskette und einen Sack von Beteiligungen in dieser Kombination gebrauchen könnte. Für die direkte Konkurrenz ist Weltbild entweder zu klein (Amazon) oder zu groß (Thalia). Bliebe wohl nur eine differenzierte Verkaufsstrategie, d.h. die Unternehmensbestandteile einzeln an den Mann bringen. Das ist aufwendig und solche Transaktionen (sowie die darauf spezialisierten Beratungsfirmen) haben keinen allzu guten Ruf.
- Harte inhaltliche Revision: Diese Variante kann man aus der Augsburger Erklärung zwischen den Zeilen herauslesen. Das ist die nobelste Variante, aber es ist doch sehr fraglich, ob sie gelingen kann, ohne den - ohnehin nicht besonders ertragstarken - Konzern im Bestand zu gefährden. Würde man sich auf die "harten" Themen (Erotik, Gewalt) beschränken, wäre der Schnitt vielleicht überschaubar, es bliebe aber fraglich, ob eine solche Operation zu nachhaltigen Ergebnissen führen würde. Vor allem: Mit welchem Personal macht man so etwas? Die derzeitige Konzernführung käme wohl kaum in Frage.
Letztlich spricht eine Abwägung aller Faktoren wohl für Variante 2. Vielleicht könnte man dem einen oder anderen unschlüssigen Interessenten bei der Gelegenheit gleich noch die Beteiligung am Fernsehballett als Gratis-Happen mit drauflegen ...
Wiederverheirate Geschieden = Josephsehe?
Auf die Debatte bei Alipius hatte ich mit einem eigenen Beitrag reagiert, auf den nun wieder Damian geantwortet hat. Schön, dass das Thema auf ein gewisses Interesse stößt.
Damian freut sich über meine Feststellung, dass die "Josephsehe" nur in einer öffentlichen Form das Problem wiederverheiratet Geschiedener (sprich: ihren Ausschluss aus der Sakramentengemeinschaft) wirklich lösen könnte, ist aber arg enttäuscht, dass ich diesen Weg nicht für gangbar halte. Darüber hinaus hält der den Grundansatz, für diese Menschen eine Lösung jenseits "pastoraler Zuwendung" finden zu wollen, für verfehlt.
Beginnen wir mit dem Letzteren: Das kirchliche Recht hat Analogien zum staatlichen Recht, aber auch wesentliche Unterschiede. So ist die kirchliche Gemeinschaft nicht zunächst und vor allem Rechtsgemeinschaft (wie der Staat), sondern Liebesgemeinschaft. Von daher stehen Sanktionen unter einem ganz anderen Rechtfertigungsdruck als dies im Staat der Fall ist. Ich habe mir an keiner Stelle die Rede von der "Unbarmherzigkeit" der Kirche in Bezug auf die wiederverheirateten Geschiedenen zueigen gemacht. Wenn eine große Zahl von Menschen, denen die Kirche zumindest zu Teilen eine gute Absicht und einen Willen zur kirchlichen Gemeinschaft unterstellen muss, in einen irregulären Zustand gerät, dann wird sich diese Kirche aber aufgerufen fühlen, nach wirklicher Abhilfe zu suchen. Um ein aktuelles Beispiel anzuführen: auch den vier Bischöfen der Piusbruderschaft und allen ihren Anhängern versucht die Kirche ja gerade, aus einer solchen irregulären Situation herauszuhelfen. Dies hat mit einer falschen Auflösung der "Spannung zwischen der Berufung zur Vollkommenheit und unserer sündhaften Schwäche" nichts zu tun.
Damians Kritik an meiner Einschätzung der Josephsehe muss ich deutlich widersprechen. Seine Rede von "romantischer Zuneigung" empfinde ich fast schon als denunziatorisch. Die Liebe zwischen Mann und Frau ist aus Sicht der Kirche keine "Romantik", sondern Annahme des Anderen und Hingabe an ihn. Auf dieser Annahme/Hingabe gründet die Lebensgemeinschaft. Die Sexualität spielt hierbei keineswegs - wie Damian unterstellt - eine (trieb-)"befriedigende" Rolle, sondern sie ist Vollzug dieser Liebe. Wie die meisten wissen, ist dieser Vollzug nach traditioneller kirchlicher Ehelehre konstitutiv für die Entstehung des Ehebandes, d.h. erst die vollzogene Ehe ist wirkliches Abbild der Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche. Auch das kirchliche Recht trägt diesem Tatbestand Rechnung, indem die Unfähigkeit zum Vollzug des ehelichen Aktes ein Ehehindernis darstellt, Unfruchtbarkeit z.B. aber nicht. Der Verzicht auf diesen Vollzug ist nicht vergleichbar mit der Enthaltsamkeit von Verlobten, wie Damian fälschlicherweise meint. Diese leben noch nicht in einer solchen Liebes- und Lebensgemeinschaft.
Die "öffentliche Josephsehe" leidet als Konstrukt also an vielen Stellen: Vor allem ist sie im kirchlichen Verständnis eben keine Ehe im eigentlichen Sinne. In der konkreten Situation wiederverheiratet Geschiedener könnte sie darüber hinaus leicht als Unterlaufung des eigentlichen Problems missbraucht werden. Durch die öffentliche Erklärung der "Josephsehe" wäre der Ausschluss von den Sakramenten aufgehoben und jeder dann doch erfolgende eheliche Akt wäre dann "nur" eine beichtbare Sünde.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich kann nicht behaupten, dass mich Damians Ausführungen von meiner Einschätzung abbringen könnten, dass die "Josephsehe" nicht die Lösung des Problems sein kann - würde mich aber freuen, wenn der eine oder andere meinen eigentlichen Vorschlag kommentieren würde.
Damian freut sich über meine Feststellung, dass die "Josephsehe" nur in einer öffentlichen Form das Problem wiederverheiratet Geschiedener (sprich: ihren Ausschluss aus der Sakramentengemeinschaft) wirklich lösen könnte, ist aber arg enttäuscht, dass ich diesen Weg nicht für gangbar halte. Darüber hinaus hält der den Grundansatz, für diese Menschen eine Lösung jenseits "pastoraler Zuwendung" finden zu wollen, für verfehlt.
Beginnen wir mit dem Letzteren: Das kirchliche Recht hat Analogien zum staatlichen Recht, aber auch wesentliche Unterschiede. So ist die kirchliche Gemeinschaft nicht zunächst und vor allem Rechtsgemeinschaft (wie der Staat), sondern Liebesgemeinschaft. Von daher stehen Sanktionen unter einem ganz anderen Rechtfertigungsdruck als dies im Staat der Fall ist. Ich habe mir an keiner Stelle die Rede von der "Unbarmherzigkeit" der Kirche in Bezug auf die wiederverheirateten Geschiedenen zueigen gemacht. Wenn eine große Zahl von Menschen, denen die Kirche zumindest zu Teilen eine gute Absicht und einen Willen zur kirchlichen Gemeinschaft unterstellen muss, in einen irregulären Zustand gerät, dann wird sich diese Kirche aber aufgerufen fühlen, nach wirklicher Abhilfe zu suchen. Um ein aktuelles Beispiel anzuführen: auch den vier Bischöfen der Piusbruderschaft und allen ihren Anhängern versucht die Kirche ja gerade, aus einer solchen irregulären Situation herauszuhelfen. Dies hat mit einer falschen Auflösung der "Spannung zwischen der Berufung zur Vollkommenheit und unserer sündhaften Schwäche" nichts zu tun.
Damians Kritik an meiner Einschätzung der Josephsehe muss ich deutlich widersprechen. Seine Rede von "romantischer Zuneigung" empfinde ich fast schon als denunziatorisch. Die Liebe zwischen Mann und Frau ist aus Sicht der Kirche keine "Romantik", sondern Annahme des Anderen und Hingabe an ihn. Auf dieser Annahme/Hingabe gründet die Lebensgemeinschaft. Die Sexualität spielt hierbei keineswegs - wie Damian unterstellt - eine (trieb-)"befriedigende" Rolle, sondern sie ist Vollzug dieser Liebe. Wie die meisten wissen, ist dieser Vollzug nach traditioneller kirchlicher Ehelehre konstitutiv für die Entstehung des Ehebandes, d.h. erst die vollzogene Ehe ist wirkliches Abbild der Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche. Auch das kirchliche Recht trägt diesem Tatbestand Rechnung, indem die Unfähigkeit zum Vollzug des ehelichen Aktes ein Ehehindernis darstellt, Unfruchtbarkeit z.B. aber nicht. Der Verzicht auf diesen Vollzug ist nicht vergleichbar mit der Enthaltsamkeit von Verlobten, wie Damian fälschlicherweise meint. Diese leben noch nicht in einer solchen Liebes- und Lebensgemeinschaft.
Die "öffentliche Josephsehe" leidet als Konstrukt also an vielen Stellen: Vor allem ist sie im kirchlichen Verständnis eben keine Ehe im eigentlichen Sinne. In der konkreten Situation wiederverheiratet Geschiedener könnte sie darüber hinaus leicht als Unterlaufung des eigentlichen Problems missbraucht werden. Durch die öffentliche Erklärung der "Josephsehe" wäre der Ausschluss von den Sakramenten aufgehoben und jeder dann doch erfolgende eheliche Akt wäre dann "nur" eine beichtbare Sünde.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich kann nicht behaupten, dass mich Damians Ausführungen von meiner Einschätzung abbringen könnten, dass die "Josephsehe" nicht die Lösung des Problems sein kann - würde mich aber freuen, wenn der eine oder andere meinen eigentlichen Vorschlag kommentieren würde.
Mittwoch, 16. November 2011
Wiederverheiratet geschieden - wie geht es weiter?
Der HH. Alipius hat letzte Woche ein sehr interessantes Posting zu diesem Thema geschrieben, das viele ebenso interessante Kommentare erzeugt hat. Wie nun umgehen mit der aufgeworfenen Frage?
Da ist zum ersten das Thema "Prävention". Sicher kann und muss man eine Ursache der heutigen Probleme in der Tatsache sehen, dass viele Katholiken schlecht vorbereitet kirchlich getraut werden. Ich muss mich nur an mein eigenes "Brautexamen" erinnern, um da heftig zu nicken. Da wimmelte es von "Eigentlich müsste ich Ihnen jetzt sagen ..." und "Eigentlich müsste ich sie jetzt fragen ...". Am Schluss dann ein "Eine Garantie, dass es gut geht, kann ich Ihnen auch nicht geben" - Prima, herzlichen Dank auch ...
Hier wird man ansetzen können und manches wird kirchlicherseits ja auch angeboten (Ehevorbereitungsseminare, etc.). Man wird aber fragen müssen, ob die Eindeutigkeit, mit der die Kirche die Sakramentenspendung an die Tatsächlichkeit eines Lebens in der Kirche und aus dem Glauben bindet, nicht viel früher ansetzen muss. Durch die Simulation von "Volkskirche" wird eine nicht geringe Zahl an Menschen mit dem ganzen Spektrum an Sakramenten(zugängen) versehen (Taufe, Erstkommunion, Firmung, Ehe), ohne jemals wirklich am kirchlichen Leben teilgenommen zu haben. Stellen diese Menschen plötzlich fest, dass ihr Leben fern der Kirche zu Konsequenzen führt, wird dies verständlicherweise als "Unbarmherzigkeit" empfunden.
Aber kommen wir zum Kern des Themas zurück: Welche Möglichkeit hat die Kirche, Menschen, die ernsthaft kirchlich leben wollen nachdem sie eine zweite Ehe eingegangen sind, zu helfen?
Die ernüchternde Antwort lautet: Auf der Grundlage der kirchlichen Sakramentenlehre ist dies eigentlich nicht möglich. Als Wirkung des sakramentalen Ehevertrages wird ein Eheband gestiftet, das sich vom "character indelebilis" anderer Sakramente nur dadurch unterscheidet, dass es nicht über den Tod hinaus wirkt. Dieses Eheband repräsentiert übernatürlich die Treue zwischen Christus und seiner Kirche und ist nicht auflösbar. Jeder sexuelle Akt mit einer anderen Person ist daher Ehebruch und eine erneute dauerhafte Verbindung Polygamie. Verschärfend kommt hinzu, dass eine zivile Wiederverheiratung ein öffentlicher Akt der Ablehnung der kirchlichen Ehelehre ist. Das ist der eigentlich Grund, warum Wiederverheiratete Geschiedene vom Sakramentenempfang dauerhaft ausgeschlossen sind.
Die Interpretation der Binde- und Lösegewalt der Kirche als Möglichkeit zur Auflösung einer gescheiterten Ehe ist eine nur theoretische Möglichkeit. Zwar gibt es diese Praxis in der Ostkirche, doch hat die römische Kirche eine konstant andere Lehre und Praxis - mit guten Gründen und (am Rande bemerkt) vielen Referenzen auch bei den griechischen Kirchenvätern. Die vom Evangelium her gegebene Deutung des Ehebandes als Abbild des Treueverhältnisses zwischen dem Herrn und seiner Kirche lässt eine solche "Lösung" einfach nicht zu.
Es bleibt also scheinbar nur der Ausweg, den auch HH. Alipius empfiehlt: die "Josephsehe", d.h. die sexuelle Enthaltsamkeit in der neuen Verbindung. Ich muss allerdings gestehen, dass mich diese Konstruktion wenig überzeugt. Hiermit wird ein Sonderfall besonderer Heiligkeit zur praktischen Norm erhoben, der einem halbwegs realistischen Blick auf die conditio humana (und dieser realistische Blick war immer ein Kennzeichen katholischer Pastoral!) nicht standhält. Ist es nicht eine wirkliche Errungenschaft der letzten 100 Jahre, dass die Kirche gelernt hat, die Sexualität in der Ehe nicht nur als pflichtgemässe Regelung der zur Unordnung neigenden Triebhaftigkeit zu sehen, sondern als echten Wert, in dem - recht verstanden und kontrolliert von der Tugend der Maßhaltung - die Liebe zwischen Mann und Frau sich erfüllt, ja, auf den sie hinzielt? Der an dieser Stelle gerne gegebene Verweis auf den Zölibat verfängt meines Erachtens nicht. Weder lebt der Zölibatär in einer Liebesbeziehung zu einer Frau, noch hat auf der Gegenseite ein Liebespaar die Standesgnade für den Zölibat. Ganz am Rande sei bemerkt, dass der "Josephsehe" von der Kirche eine öffentliche Form gegeben werden müsste, um die oben angesprochene öffentliche Abkehr von der Kirche durch die zivile Wiederverheiratung aufzuheben. Ist das alles realistisch und ein gangbarer Weg? Ich meine: Nein.
Gibt es also keine Abhilfe?
Ich habe einen schüchternen Vorschlag: Die Kirche hat immer darauf bestanden, dass sie die Gewalt besitzt, Ehehindernisse aufzustellen, d.h. Kriterien zu definieren, die Voraussetzung für die Gültigkeit einer kirchlich geschlossenen Ehe sind (seit Trient hat dieser Anspruch den Charakter eines Dogmas im strengen Sinne). Wäre es nicht denkbar, dass die Kirche einen - durch Zeugen untermauerten - Nachweis einer wirklichen kirchlichen Praxis beider Brautleute sowie eine ernsthafte Vorbereitung zur Voraussetzung für eine gültige sakramentale Eheschliessung erhebt? Wäre das nicht ein sinnvolles Ziel, dass jeder, der von der Kirche getraut wird, wirklich weiss, was dieser Schritt für sein Leben bedeutet? Könnte man von solchen Eheleuten dann nicht mit Recht die Einsicht verlangen, dass das Scheitern ihrer Verbindung ein Schicksalsschlag ist, der dann - wie so manches andere schuldlose Leid - unter Verzicht auf eine neue Verbindung in der Treue zu Christus getragen werden muss?
Als "Nebeneffekt" einer solchen Regelung könnte für eine Übergangszeit die Annullierung von Ehen "großzügiger" gehandhabt werden. Nicht als "Wegschauen und Schwamm drüber", sondern als konsequente Anwendung des rückwirkend feststellbaren, anerkannten Ehehindernisses.
Mir ist bewusst, dass auch mit einer solchen (aus meiner Sicht dogmatisch vertretbaren) Änderung in Zukunft nicht alle Arten von "Härtefällen" vermieden werden können. Andererseits scheint es mir auf der Hand zu liegen, dass die gegenwärtige Situation zu einem nicht unerheblichen Teil "hausgemacht" ist. Die Kirche täte gut daran, alles in ihren Möglichkeiten stehende zu tun, um sowohl Menschen vor einer letztlich leichtfertigen kirchlichen Eheschliessung abzuhalten als auch möglichst vielen Paaren, die - auch durch pastorale Versäumnisse der Vergangenheit - in eine irreguläre Situation geraten sind, einen Weg zurück in die volle Gemeinschaft der Kirche zu eröffnen.
Da ist zum ersten das Thema "Prävention". Sicher kann und muss man eine Ursache der heutigen Probleme in der Tatsache sehen, dass viele Katholiken schlecht vorbereitet kirchlich getraut werden. Ich muss mich nur an mein eigenes "Brautexamen" erinnern, um da heftig zu nicken. Da wimmelte es von "Eigentlich müsste ich Ihnen jetzt sagen ..." und "Eigentlich müsste ich sie jetzt fragen ...". Am Schluss dann ein "Eine Garantie, dass es gut geht, kann ich Ihnen auch nicht geben" - Prima, herzlichen Dank auch ...
Hier wird man ansetzen können und manches wird kirchlicherseits ja auch angeboten (Ehevorbereitungsseminare, etc.). Man wird aber fragen müssen, ob die Eindeutigkeit, mit der die Kirche die Sakramentenspendung an die Tatsächlichkeit eines Lebens in der Kirche und aus dem Glauben bindet, nicht viel früher ansetzen muss. Durch die Simulation von "Volkskirche" wird eine nicht geringe Zahl an Menschen mit dem ganzen Spektrum an Sakramenten(zugängen) versehen (Taufe, Erstkommunion, Firmung, Ehe), ohne jemals wirklich am kirchlichen Leben teilgenommen zu haben. Stellen diese Menschen plötzlich fest, dass ihr Leben fern der Kirche zu Konsequenzen führt, wird dies verständlicherweise als "Unbarmherzigkeit" empfunden.
Aber kommen wir zum Kern des Themas zurück: Welche Möglichkeit hat die Kirche, Menschen, die ernsthaft kirchlich leben wollen nachdem sie eine zweite Ehe eingegangen sind, zu helfen?
Die ernüchternde Antwort lautet: Auf der Grundlage der kirchlichen Sakramentenlehre ist dies eigentlich nicht möglich. Als Wirkung des sakramentalen Ehevertrages wird ein Eheband gestiftet, das sich vom "character indelebilis" anderer Sakramente nur dadurch unterscheidet, dass es nicht über den Tod hinaus wirkt. Dieses Eheband repräsentiert übernatürlich die Treue zwischen Christus und seiner Kirche und ist nicht auflösbar. Jeder sexuelle Akt mit einer anderen Person ist daher Ehebruch und eine erneute dauerhafte Verbindung Polygamie. Verschärfend kommt hinzu, dass eine zivile Wiederverheiratung ein öffentlicher Akt der Ablehnung der kirchlichen Ehelehre ist. Das ist der eigentlich Grund, warum Wiederverheiratete Geschiedene vom Sakramentenempfang dauerhaft ausgeschlossen sind.
Die Interpretation der Binde- und Lösegewalt der Kirche als Möglichkeit zur Auflösung einer gescheiterten Ehe ist eine nur theoretische Möglichkeit. Zwar gibt es diese Praxis in der Ostkirche, doch hat die römische Kirche eine konstant andere Lehre und Praxis - mit guten Gründen und (am Rande bemerkt) vielen Referenzen auch bei den griechischen Kirchenvätern. Die vom Evangelium her gegebene Deutung des Ehebandes als Abbild des Treueverhältnisses zwischen dem Herrn und seiner Kirche lässt eine solche "Lösung" einfach nicht zu.
Es bleibt also scheinbar nur der Ausweg, den auch HH. Alipius empfiehlt: die "Josephsehe", d.h. die sexuelle Enthaltsamkeit in der neuen Verbindung. Ich muss allerdings gestehen, dass mich diese Konstruktion wenig überzeugt. Hiermit wird ein Sonderfall besonderer Heiligkeit zur praktischen Norm erhoben, der einem halbwegs realistischen Blick auf die conditio humana (und dieser realistische Blick war immer ein Kennzeichen katholischer Pastoral!) nicht standhält. Ist es nicht eine wirkliche Errungenschaft der letzten 100 Jahre, dass die Kirche gelernt hat, die Sexualität in der Ehe nicht nur als pflichtgemässe Regelung der zur Unordnung neigenden Triebhaftigkeit zu sehen, sondern als echten Wert, in dem - recht verstanden und kontrolliert von der Tugend der Maßhaltung - die Liebe zwischen Mann und Frau sich erfüllt, ja, auf den sie hinzielt? Der an dieser Stelle gerne gegebene Verweis auf den Zölibat verfängt meines Erachtens nicht. Weder lebt der Zölibatär in einer Liebesbeziehung zu einer Frau, noch hat auf der Gegenseite ein Liebespaar die Standesgnade für den Zölibat. Ganz am Rande sei bemerkt, dass der "Josephsehe" von der Kirche eine öffentliche Form gegeben werden müsste, um die oben angesprochene öffentliche Abkehr von der Kirche durch die zivile Wiederverheiratung aufzuheben. Ist das alles realistisch und ein gangbarer Weg? Ich meine: Nein.
Gibt es also keine Abhilfe?
Ich habe einen schüchternen Vorschlag: Die Kirche hat immer darauf bestanden, dass sie die Gewalt besitzt, Ehehindernisse aufzustellen, d.h. Kriterien zu definieren, die Voraussetzung für die Gültigkeit einer kirchlich geschlossenen Ehe sind (seit Trient hat dieser Anspruch den Charakter eines Dogmas im strengen Sinne). Wäre es nicht denkbar, dass die Kirche einen - durch Zeugen untermauerten - Nachweis einer wirklichen kirchlichen Praxis beider Brautleute sowie eine ernsthafte Vorbereitung zur Voraussetzung für eine gültige sakramentale Eheschliessung erhebt? Wäre das nicht ein sinnvolles Ziel, dass jeder, der von der Kirche getraut wird, wirklich weiss, was dieser Schritt für sein Leben bedeutet? Könnte man von solchen Eheleuten dann nicht mit Recht die Einsicht verlangen, dass das Scheitern ihrer Verbindung ein Schicksalsschlag ist, der dann - wie so manches andere schuldlose Leid - unter Verzicht auf eine neue Verbindung in der Treue zu Christus getragen werden muss?
Als "Nebeneffekt" einer solchen Regelung könnte für eine Übergangszeit die Annullierung von Ehen "großzügiger" gehandhabt werden. Nicht als "Wegschauen und Schwamm drüber", sondern als konsequente Anwendung des rückwirkend feststellbaren, anerkannten Ehehindernisses.
Mir ist bewusst, dass auch mit einer solchen (aus meiner Sicht dogmatisch vertretbaren) Änderung in Zukunft nicht alle Arten von "Härtefällen" vermieden werden können. Andererseits scheint es mir auf der Hand zu liegen, dass die gegenwärtige Situation zu einem nicht unerheblichen Teil "hausgemacht" ist. Die Kirche täte gut daran, alles in ihren Möglichkeiten stehende zu tun, um sowohl Menschen vor einer letztlich leichtfertigen kirchlichen Eheschliessung abzuhalten als auch möglichst vielen Paaren, die - auch durch pastorale Versäumnisse der Vergangenheit - in eine irreguläre Situation geraten sind, einen Weg zurück in die volle Gemeinschaft der Kirche zu eröffnen.
Montag, 7. November 2011
5 Kinder in Deutschland
Wir ziehen im Dezember in ein Nachbardorf. Heute erzählte eine Bekannte, die wir dort bereits haben, dass sie jemandem aus dem Dorf von uns erzählt habe. Die Reaktion: "Ja haben wir schon gehört: eine Familie mit 5 Kindern - Hartz IV".
Es wird einem ja immer mal wieder klar, dass Familien mit mehr als den 1,5-Durchschnittskindern in bestimmten Kreisen als asozial gelten. Aber dass jetzt schon in oberbayerischen Dörfern der logische Schluss "5 Kinder = Hartz IV-Empfänger" fest in den Köpfen verdrahtet zu sein scheint, schockiert einen dann doch.
Denkt man ein bißchen weiter, kann es dafür zwei Gründe geben:
Es wird einem ja immer mal wieder klar, dass Familien mit mehr als den 1,5-Durchschnittskindern in bestimmten Kreisen als asozial gelten. Aber dass jetzt schon in oberbayerischen Dörfern der logische Schluss "5 Kinder = Hartz IV-Empfänger" fest in den Köpfen verdrahtet zu sein scheint, schockiert einen dann doch.
Denkt man ein bißchen weiter, kann es dafür zwei Gründe geben:
- Man denkt, dass 5 Kinder das logische Ergebnis einer Hartz-IV-Laufbahn sind - oder
- man denkt, dass eine Harzt-IV-Laufbahn das logische Ergebnis von 5 Kindern sind
Mir scheint, dass beide Varianten dafür sprechen, dass in unserem Land etwas nicht in Ordnung ist.
Donnerstag, 3. November 2011
Imaginem Mundi esse vendendam!
Auf kath.net ist heute ein Beitrag von Theodor zum Thema "Weltbild" erschienen. Hoffen wir mal, dass die Bischöfe bald ein Einsehen haben ...
Haeckeriana
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| Theodor Haecker |
Ich halte Theodor Haecker für einen der bedeutendsten katholischen Denker des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum. Mit seiner Verbindung einer existentialistischen Subjektphilosophie (Haecker hat zahlreiche Werke Kierkegaards ins Deutsche übersetzt und zu dessen Bekanntwerden in Deutschland nicht wenig beigetragen) mit thomistischem Gedankengut hat der "Freizeit-Schriftsteller" Haecker Wege beschritten, die bis heute keineswegs ausgetreten sind. Als geistiger Wegbegleiter der "Weißen Rose" hat er in gewisser Weise auch Geschichte geschrieben. Eine sehr schöne Charakterisierung Haeckers stammt daher aus der Feder Sophie Scholls: "Er hat ein sehr stilles Gesicht, einen Blick, als sähe er nach innen. Es hat mich noch niemand so mit seinem Antlitz überzeugt wie er."
Leider gehört Haecker zu den heute fast vergessenen Gestalten der vielleicht produktivsten Periode des deutschen Katholizismus. Seine Werke werden - bis auf die "Tag- und Nachtbücher" - seit langem nicht mehr aufgelegt. Ich habe mich daher entschlossen in lockerer Folge Haecker-Brocken in meinen Blog einzustreuen.
Anfangen möchte ich mit einem Aphorismus zu einem klassischen katholisch-protestantischen Topos:
In principio erat Verbum - Im Anfang war das Wort.
Estote autem factores verbi! - seid Täter des Wortes!
Luther haßte die Epistel des Jakobus um dieses Wortes willen und nannte sie eine stroherne. Das >Wort< kann man nur hören; es selber tut alles zum Heile des Menschen, und allein. Wie hat sich dieses Mißverständnis gerächt bei seinen Nachfolgern und ist ins Gegenteil umgeschlagen! Der Mensch tut alles, und allein. Ohne das Wort. Im Anfang war die Tat. Die Wahrheit aber ist, daß beides gilt, und die Ordnung der Wahrheit ist, daß im Anfang das Wort ist. Es soll gehört und getan werden; aber im Hören ist schon ein erstes Tun, und im Tun soll ohne Unterlaß ein Hören sein.
aus: Der Geist des Menschen und die Wahrheit
Mittwoch, 2. November 2011
Wer leitet die Piusbruderschaft?
Es wird immer chaotischer. Das Generalhaus der Piusbruderschaft sieht sich genötigt, die durch einen Newsletter des Distriktoberen für Großbritannien ausgelösten Meldungen zu neutralisieren und hat eine Pressemitteilung herausgegeben, die betont, dass nur der Generalobere im Namen der Bruderschaft spricht und sprechen wird. Darin findet sich der folgende Satz:
Der Grund ist ein Rundschreiben des englischen Distriktoberen, Pater Paul Morgan, das gestern für kurze Zeit im Internet zu lesen war, in dem er ähnliches behauptet haben soll.
Nein, er soll nicht behauptet haben, sondern er behauptet. Nein, es war nicht gestern im Internet zu lesen, sondern es ist immer noch im Internet zu lesen.
Ich stelle mir gerade vor, dass ich als Vorstand eines Unternehmens eine Fusion verhandele und dann gibt ein Bereichsleiter solche Erklärungen ab. Das Ergebnis liegt auf der Hand: Da hat jemand seinen Laden überhaupt nicht im Griff!
Die "Ökumene" mit der FSSPX scheint zunehmend unter demselben Problem zu leiden, wie die Ökumene mit dem "Protestantismus" seit jeher: Mit wem soll Rom eigentlich reden?
Die Piusbruderschaft wird ablehnen!
Im aktuellen Newsletter des Distriktoberen für Großbritannien finden sich die folgenden Zeilen:
Das klingt doch sehr beruhigend. Rom besteht also auf den folgenden Punkten:
The first day of the meeting covered three issues: an overview of the contacts with Rome since 1987; a summary of the doctrinal discussions; and an oral exposition of the Doctrinal Preamble document itself.
With regard to the doctrinal talks it was disappointing to note that the Roman commission failed to acknowledge the break between traditional and conciliar teachings. Instead it insisted upon the ‘hermeneutic (interpretation) of continuity,’ stating that the new teachings included and improved the old!
It was interesting to learn that the 14th September meeting had not touched upon the doctrinal talks at all, but rather was dedicated to expounding possible practical solutions for the Society.
So it was perhaps not surprising to learn that the proposed doctrinal basis for any canonical agreement in fact contained all those elements which the Society has consistently rejected, including acceptance of the New Mass and of Vatican II as expressed in the New Catechism. Indeed, the document itself conveys the impression that there is no crisis in the Church...
Hence the stated consensus of those in attendance was that the Doctrinal Preamble was clearly unacceptable and that the time has certainly not come to pursue any practical agreement as long as the doctrinal issues remain outstanding. It also agreed that the Society should continue its work of insisting upon the doctrinal questions in any contacts with the Roman authorities.
In many ways we can see the hand of Providence in this meeting, falling as it did on the Feast of the Holy Rosary, given the clarification of Rome’s persistence in the modern errors, and the consequent necessity of continuing with the fight against modernism through fidelity to Catholic Tradition.
Das klingt doch sehr beruhigend. Rom besteht also auf den folgenden Punkten:
- Das Konzil ist in der Kontinuität zu interpretieren und dies ist auch möglich
- Die FSSPX hat den Glauben der Kirche in der Form des gültigen Katechismus zu bekräftigen
- Die FSSPX muss die Gültigkeit der "Neuen Messe" anerkennen
Montag, 31. Oktober 2011
So eindrucksvoll ...
Wenn es Elsa nicht gäbe, müsste man sie wirklich erfinden. Auf kath.net kann muss man ein Interview über ihren Weg zur Kirche lesen.
Besonders angefasst hat mich die folgende Stelle:
Besonders angefasst hat mich die folgende Stelle:
Da Sie aber konkret nach dem Schlüsselerlebnis fragen, also jenes, welches die Pforte des Weges öffnete, der zum Nachdenken und letztlich zu meiner Bekehrung führte, dann ist das ganz bestimmt der Abend, an dem Johannes Paul II. starb.
Ich entsinne mich noch, ich fühlte mich zunächst ungeheuer belästigt. Zu lange war der schwerkranke Papst schon in den Medien breitgetreten worden. Versuchte, die Bilder aus Rom wegzuzappen. Kehrte immer wieder zu den Übertragungen zurück. Zu den Aufnahmen der singenden und betenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom.
Das hat mich so berührt, dass ich am Ende, unter Tränen, versucht habe, seit langer Zeit wieder ein christliches Gebet zu sprechen - für diesen Papst, der mir zu seinen Lebzeiten eher wenig bedeutet hatte. Ich denke schon, dass dieser Moment eine Initialzündung war, und ich bin mir sehr sicher, dass ich nicht der einzige "Ungläubige" gewesen bin, der an diesem Abend auf den Weg gebracht wurde.Da werden so viele Erinnerungen wach an den April 2005 und an diesen Abend, der nicht nur "Ungläubige" auf den Weg gebracht hat, wie Elsa es so schön schreibt, sondern auch vielen "Gläubigen" bis auf den Grund ihrer Seele gegangen ist und ihnen die Augen dafür geöffnet hat, was es mit der Kirche und der Heiligkeit auf sich hat. Dass die Liebe des Gekreuzigten, wenn sie in einem Menschen gegenwärtig wird, buchstäblich die Welt erschüttert und die Herzen der Menschen öffnet.
Streitkultur
Nein, das hat nichts mit dem interreligiösen Dialog zu tun. Es ist auch kein Tipp für Mannheim II, Mannheim III und Mannheim IV.
Es ist einfach nur ein sehr lustiges Plakat ;-)
Es ist einfach nur ein sehr lustiges Plakat ;-)
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