Montag, 24. Oktober 2011

WELTBILD zu hoch gehängt?

Mir ist von Lesern bedeutet worden, der Weltbild-Skandal, über den ich mich hier und hier empört habe, sei doch eher eine Kleinigkeit und man solle den Ball etwas flach halten. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen:

  1. Die DBK ist auf die Sex-Angebote des Weltbild-Verlages seit Jahren immer wieder hingewiesen worden. Es gab Anweisungen an den Sekretär, sich dieser Sache anzunehmen und sie abzustellen. Das ist nicht passiert.
  2. Keinesfalls ist es so, dass hier über undurchsichtige Mechanismen irgendwelche Schmuddel-Bücher automatisch im Angebot von Weltbild online landen. Die Verlagsgruppe Droemer-Knaur, die zu 50% der Weltbild-Gruppe gehört, stellt solche Bücher selbst her.
  3. Das Problem scheint, wie mein Hinweis auf den St. Michaelsbund in München und seinen Online-Shop "Lesetraum.de - Bücher für die Familie" zeigt, auch über die Grenzen des Weltbild-Verlages hinaus zu bestehen.
  4. Die publizistische Politik des Weltbild-Verlages ist auch über das Thema "Sex" hinaus dubios. So wurde von der Verlagsgruppe Droemer-Knaur vor kurzem der O.W. Barth-Verlag übernommen. Ausweislich des aktuellen Kataloges verlegt O.W. Barth fast ausschließlich buddhistische und esoterische Literatur. 
Ich bin der Meinung, dass jedes wirtschaftliche Engagement der Kirche kompatibel mit der katholischen Moral- und Gesellschaftslehre sein muss. Gerade beim Thema "Sexualität" sollte die Kirche aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt haben: sie hat hier nach innen und außen eine besondere Verantwortung.


Kommentare:

  1. Zu "Keinesfalls ist es so, dass hier über undurchsichtige Mechanismen irgendwelche Schmuddel-Bücher automatisch im Angebot von Weltbild online landen..." Im Gegensatz zu den meisten Buchhandlungen, die in ihren Buchshop das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) oder einen anderen fertigen Buchshop wie Buecher.de oder libri.de eingebaut haben, um ihren Kunden die Möglichkeit zu geben nach allen Titel zu suchen, hat Weltbild/ bol.de ein selbst zusammengestelltes Sortiment von Büchern und Nonbooks. D.h. Weltbild entscheidet sich ganz bewusst für die Aufnahme von Pornos. Eine Buchhandlung, die sich an einen Buchshop anbindet hat keinen Einfluß auf das dort angebotene, kann nicht sagen diesen oder jenen Titel möchte ich nicht.

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  2. Ich sehe das genauso (wie Theodor und Tiberius).
    Wo katholisch draufsteht muss auch katholisch drin sein.
    Alles andere ist Heuchelei und bewirkt letztendlich nur wieder Vertrauensverlust in die Kirche.

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